SEO-Titel: 7 Medikamentengruppen, die Gedächtnis und Gehirn beeinflussen können

6. Bestimmte Medikamente gegen Blasenbeschwerden

Einige Medikamente gegen eine überaktive Blase wirken ebenfalls anticholinerg. Sie können deshalb nicht nur die gewünschte Wirkung auf die Blase haben, sondern auch das zentrale Nervensystem beeinflussen.

Gerade bei älteren Menschen lohnt es sich deshalb, die gesamte anticholinerge Belastung zu betrachten, wenn mehrere Medikamente gleichzeitig eingenommen werden.

Eine aktuelle Übersicht nennt Medikamente aus dem Bereich der urologischen Behandlung als eine Gruppe, bei der in Studien sowohl erhöhte als auch teilweise verringerte Demenzrisiken beobachtet wurden. Die Daten sind daher nicht so eindeutig, wie es reißerische Schlagzeilen vermuten lassen.

7. Medikamente, die das zentrale Nervensystem beeinflussen

Auch weitere Medikamente, die auf das Nervensystem wirken, können Aufmerksamkeit, Gedächtnis oder geistige Leistungsfähigkeit beeinflussen. Dazu gehören beispielsweise bestimmte Antidepressiva, Antikonvulsiva und andere zentral wirksame Präparate.

Eine große aktuelle systematische Übersichtsarbeit zeigt, dass verschiedene Medikamentengruppen in Studien mit Demenzrisiken in Verbindung gebracht wurden. Gleichzeitig wurden bei einigen Medikamenten je nach Untersuchung auch gegenteilige Zusammenhänge beobachtet. Das verdeutlicht, wie komplex die Beziehung zwischen Medikamenten und Demenz ist.

Warum mehrere Medikamente gleichzeitig problematisch sein können

Nicht nur einzelne Wirkstoffe sind entscheidend. Auch die gleichzeitige Einnahme vieler Medikamente kann bei älteren Menschen zum Problem werden.

Unter dem Begriff Polypharmazie wird die gleichzeitige Einnahme mehrerer Medikamente zusammengefasst. Untersuchungen zeigen, dass eine hohe Zahl gleichzeitig eingenommener Arzneimittel bei älteren Menschen mit mehr unerwünschten Ereignissen und gesundheitlichen Problemen verbunden sein kann. Dabei lässt sich allerdings nicht immer eindeutig bestimmen, welches einzelne Medikament dafür verantwortlich ist.

Deshalb ist eine regelmäßige Überprüfung der gesamten Medikamentenliste besonders wichtig.

Medikamente niemals eigenständig absetzen

Wer eines der genannten Medikamente einnimmt, sollte es nicht eigenständig absetzen oder die Dosis verändern.

Ein plötzliches Absetzen bestimmter Arzneimittel – insbesondere von Benzodiazepinen oder anderen regelmäßig eingenommenen Wirkstoffen – kann selbst gesundheitliche Probleme verursachen. Stattdessen sollte gemeinsam mit dem behandelnden Arzt oder Apotheker geprüft werden, ob ein Medikament weiterhin notwendig ist, ob die Dosierung passt oder ob eine andere Behandlung infrage kommt.

Gerade bei älteren Menschen kann eine strukturierte Überprüfung der gesamten Medikation sinnvoll sein. Das Ziel ist nicht, möglichst viele Medikamente wegzulassen, sondern unnötige oder ungünstige Kombinationen zu erkennen und die Behandlung möglichst sicher zu gestalten.

Demenz hat nicht nur eine mögliche Ursache

Demenz ist keine einfache Folge der Einnahme eines einzelnen Medikaments. Verschiedene Erkrankungen, genetische Faktoren, Gefäßrisiken, Alter und weitere Einflüsse können eine Rolle spielen.

Auch deshalb sollte eine neu auftretende Vergesslichkeit nicht automatisch auf ein Medikament zurückgeführt werden. Umgekehrt ist es sinnvoll, bei einer deutlichen Veränderung von Gedächtnis, Orientierung oder Verhalten die aktuelle Medikation ärztlich überprüfen zu lassen.