Medikamente können Beschwerden lindern, Krankheiten behandeln und die Lebensqualität verbessern. Gleichzeitig können bestimmte Wirkstoffe insbesondere bei älteren Menschen Nebenwirkungen auf Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Orientierung haben.
Im Internet kursiert deshalb die Behauptung, sieben bestimmte Medikamente würden „schwere Demenz“ und „tiefe Hirnschäden“ verursachen. Diese Aussage ist jedoch irreführend. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen vielmehr, dass einige Medikamentengruppen mit kognitiven Nebenwirkungen oder einem erhöhten Demenzrisiko in Verbindung stehen können. Das Risiko hängt unter anderem vom Wirkstoff, der Dosierung, der Einnahmedauer, dem Alter und weiteren Erkrankungen ab.
1. Stark anticholinerg wirkende Medikamente
Anticholinerg wirkende Arzneimittel blockieren den Botenstoff Acetylcholin. Dieser spielt unter anderem bei Gedächtnis und anderen kognitiven Funktionen eine wichtige Rolle.
Zu dieser Gruppe gehören verschiedene ältere Antihistaminika, bestimmte Medikamente gegen Blasenbeschwerden sowie einige Arzneimittel gegen Depressionen. Besonders bei älteren Menschen kann eine starke anticholinerge Belastung problematisch sein.
Beobachtungsstudien haben einen Zusammenhang zwischen einer höheren kumulativen Belastung durch anticholinerge Medikamente und einem erhöhten Demenzrisiko gefunden. Das bedeutet allerdings nicht, dass jedes einzelne dieser Medikamente bei jedem Menschen Demenz verursacht.
2. Benzodiazepine
Benzodiazepine werden unter anderem bei Angstzuständen, Schlafproblemen oder bestimmten anderen Beschwerden eingesetzt. Zu den bekannten Wirkungen gehören Beruhigung und Müdigkeit.
Gerade bei älteren Menschen können diese Medikamente außerdem Verwirrtheit, Konzentrationsprobleme und Gedächtnisstörungen begünstigen. Eine langfristige Einnahme wurde in Beobachtungsstudien ebenfalls mit einem erhöhten Demenzrisiko in Verbindung gebracht.
Das ist ein Grund, warum eine längerfristige Behandlung regelmäßig ärztlich überprüft werden sollte.