11 Möglichkeiten, das eigene Zuhause gesünder zu gestalten

8. Die Qualität des Trinkwassers kennen

Als achten Punkt empfiehlt der Artikel, das Wasser zu filtern. Dabei wird insbesondere vor Stoffen wie Arsen, Fluorid und Chlor gewarnt und zu unterschiedlichen Filtersystemen geraten.

Eine pauschale Aussage, dass Leitungswasser grundsätzlich mit gefährlichen Mengen solcher Stoffe belastet sei, lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Die Wasserqualität hängt vom jeweiligen Land, der Region und der konkreten Wasserversorgung ab.

Sinnvoller ist es, zunächst die Qualität des örtlichen Trinkwassers zu kennen und erst danach zu entscheiden, ob eine zusätzliche Filterung überhaupt erforderlich ist.

9. Für einen gesunden Schlafplatz sorgen

Auf der dritten Seite beschäftigt sich der Artikel mit Matratzen und Schlafumgebung. Er empfiehlt unter anderem biologische Matratzenbezüge und bei einem späteren Austausch Matratzen aus natürlichen Materialien wie Baumwolle, Wolle oder Naturlatex.

Dabei steht vor allem die Verringerung des Kontakts mit bestimmten Materialien und möglichen chemischen Ausdünstungen im Mittelpunkt der Quelle.

Wer seine Schlafumgebung verbessern möchte, kann zunächst auf eine gute Belüftung, regelmäßige Reinigung und einen insgesamt angenehmen Schlafplatz achten. Für eine konkrete gesundheitliche Bewertung einzelner Matratzenmaterialien reicht die Quelle allerdings nicht aus.

10. Synthetische Materialien reduzieren

Der Artikel empfiehlt außerdem, synthetische Bettwäsche, Decken und Teppiche möglichst durch Materialien wie Baumwolle, Leinen oder Wolle beziehungsweise natürliche Bodenbeläge zu ersetzen.

Auch hier sollte man die Formulierung der Quelle nicht überdehnen. Aus der Verwendung eines synthetischen Materials folgt nicht automatisch eine Krebsgefahr. Wer natürliche Materialien bevorzugt, kann diese selbstverständlich als persönliche Alternative wählen.

11. Elektrische Geräte im Schlafzimmer

Als letzten Punkt fordert der Ausgangsartikel dazu auf, elektrische Decken, elektrische Betten und elektrische Sofas zu vermeiden. Auch vom klassischen Radiowecker wird abgeraten. Begründet wird dies mit einer angeblichen gesundheitsschädlichen Belastung durch elektromagnetische Felder.

Diese Behauptung sollte besonders vorsichtig eingeordnet werden. Der vorliegende Artikel liefert keinen belastbaren Nachweis dafür, dass die genannten Alltagsgeräte Krebs verursachen. Deshalb wäre es falsch, diese Aussage als wissenschaftlich bewiesene Tatsache darzustellen.

Ein wichtiger Punkt: Radon wird im Ausgangsartikel nicht behandelt

Bei einem Thema wie „krebsarmes Zuhause“ ist ein anderer Umweltfaktor wissenschaftlich wesentlich besser belegt: Radon.

Radon ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Gas, das aus dem Boden in Gebäude gelangen und sich dort ansammeln kann. Die WHO zählt Radon zu den wichtigen Ursachen von Lungenkrebs.

Auch die US-Umweltbehörde weist darauf hin, dass Radon durch Risse und Öffnungen im Fundament in Gebäude gelangen kann und dass nur eine Messung zeigt, ob ein Haus tatsächlich erhöhte Werte aufweist.

Wer sich ernsthaft mit gesundheitlichen Risiken im eigenen Zuhause beschäftigt, sollte diesen Punkt daher nicht zugunsten weniger gut belegter Behauptungen übersehen.

Was wirklich zur Krebsprävention beiträgt

Ein „krebsfreies Zuhause“ lässt sich nicht durch den Austausch einzelner Haushaltsprodukte garantieren. Die wissenschaftlich belegten Maßnahmen gehen deutlich weiter.

Die WHO nennt unter anderem den Verzicht auf Tabak, ein gesundes Körpergewicht, eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, weniger beziehungsweise keinen Alkohol, Schutz vor UV-Strahlung sowie die Verringerung der Belastung durch Luftverschmutzung und Radon.

Auch Impfungen gegen bestimmte Infektionen und geeignete Krebsfrüherkennungsmaßnahmen können eine wichtige Rolle spielen. Nach einer aktuellen Analyse von WHO und International Agency for Research on Cancer waren 2022 weltweit rund 37 Prozent der neuen Krebsfälle mit vermeidbaren Ursachen verbunden.

Fazit

Die 11 Empfehlungen des französischen Artikels liefern einige durchaus praktische Anregungen für einen bewussteren Umgang mit der eigenen Wohnumgebung: weniger unnötige Chemikalien, eine gute Raumluft, saubere Wohnbereiche und ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln können sinnvolle Bestandteile eines gesunden Haushalts sein.

Gleichzeitig sind nicht alle Aussagen der Quelle wissenschaftlich gleich gut abgesichert. Besonders bei Behauptungen über angeblich „krebserregende“ Kosmetik, Antihaftbeschichtungen oder elektromagnetische Felder ist eine differenzierte Betrachtung wichtig.

Wer sein Zuhause möglichst gesund gestalten möchte, sollte deshalb vor allem auf gute Innenraumluft, Rauchfreiheit, sichere Verwendung von Haushaltsprodukten und – je nach Region – die Prüfung auf Radon achten. Noch wichtiger bleiben die bekannten Lebensstilfaktoren, die nachweislich einen erheblichen Einfluss auf das Krebsrisiko haben.