Ein Magengeschwür kann sich durch brennende oder stechende Schmerzen im Oberbauch, Verdauungsbeschwerden, Übelkeit oder Völlegefühl bemerkbar machen. Viele Betroffene suchen deshalb nach natürlichen Mitteln, die den Magen beruhigen und die Heilung unterstützen sollen. Doch bei einem bestehenden Magengeschwür ist Vorsicht wichtig: Hausmittel können Beschwerden möglicherweise lindern, ersetzen aber nicht die Abklärung der Ursache und eine geeignete medizinische Behandlung.
Was verursacht ein Magengeschwür?
Zu den wichtigsten Ursachen gehören eine Infektion mit Helicobacter pylori (H. pylori) und die regelmäßige Einnahme bestimmter Schmerz- und Entzündungsmedikamente aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), beispielsweise Ibuprofen oder Naproxen. Auch Rauchen kann das Risiko erhöhen.
Deshalb ist es entscheidend, nicht nur die Beschwerden zu bekämpfen. Wenn H. pylori die Ursache ist, muss die Infektion gezielt behandelt werden. Bei einem durch Medikamente begünstigten Geschwür kann wiederum eine Anpassung der Schmerzmittel notwendig sein.
Welche natürlichen Maßnahmen können den Magen unterstützen?
Eine spezielle „Magengeschwür-Diät“, die das Geschwür zuverlässig heilt, gibt es nicht. Während der Behandlung kann es jedoch sinnvoll sein, auf Lebensmittel und Getränke zu verzichten, die persönlich Beschwerden auslösen. Kleine, gut verträgliche Mahlzeiten können ebenfalls angenehmer sein. Die französische Krankenversicherung Ameli empfiehlt während der Behandlung unter anderem kleine Portionen und leicht verdauliche Lebensmittel sowie den Verzicht auf Alkohol und stark saure oder scharfe Speisen.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung: Eine magenfreundliche Ernährung kann das Wohlbefinden verbessern, beseitigt aber nicht automatisch die Ursache eines Geschwürs.
Vorsicht mit vermeintlichen Naturheilmitteln
Im Internet werden zahlreiche Mittel wie Kräuter, Honig, bestimmte Öle oder Nahrungsergänzungsmittel als natürliche Behandlung von Magengeschwüren empfohlen. Solche Empfehlungen sollten kritisch betrachtet werden. Für ein bestehendes Geschwür ist entscheidend, die Ursache festzustellen und eine nachweislich geeignete Therapie einzuleiten.
Auch „natürlich“ bedeutet nicht automatisch harmlos. Manche Präparate können mit Medikamenten wechselwirken oder den Magen zusätzlich reizen. Wer bereits Medikamente gegen ein Magengeschwür einnimmt, sollte Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Präparate deshalb vorher mit Arzt oder Apotheker besprechen.
Was tun, wenn Helicobacter pylori festgestellt wird?
Wird H. pylori nachgewiesen, gehört die Beseitigung der Bakterien zu den zentralen Behandlungsschritten. Dafür werden Antibiotika mit Medikamenten kombiniert, die die Magensäure reduzieren. Nach der Behandlung können weitere Tests erforderlich sein, um zu überprüfen, ob die Infektion tatsächlich beseitigt wurde.
Ein Naturmittel sollte eine solche Therapie daher nicht ersetzen.