Das klassische Festnetz gehört für viele Menschen seit Jahrzehnten zum Alltag. Doch die Technik, über die zahlreiche ältere Telefon- und Internetanschlüsse betrieben werden, steht vor dem Aus: Frankreich verabschiedet sich schrittweise vom historischen Kupfernetz.
Für Verbraucher bedeutet das allerdings nicht, dass Telefonieren mit einem Festnetzanschluss künftig nicht mehr möglich sein wird. Vielmehr wird die alte Infrastruktur durch moderne Technologien wie Glasfaser ersetzt.
Das Ende des klassischen Kupfernetzes ist beschlossen
Das französische Telekommunikationsunternehmen Orange baut sein historisches Kupfernetz schrittweise zurück. Dieses Netz wurde über Jahrzehnte für die klassische Festnetztelefonie genutzt und später auch für DSL- und ADSL-Internetanschlüsse eingesetzt.
Die Abschaltung erfolgt nicht überall gleichzeitig. Stattdessen werden die betroffenen Gemeinden und Gebiete schrittweise in verschiedenen Etappen umgestellt. Orange plant, die technische Abschaltung des gesamten Kupfernetzes bis Ende 2030 abzuschließen.
Der verlinkte Beitrag weist ebenfalls auf das bevorstehende Ende der alten Festnetztechnik hin.
Warum wird das alte Telefonnetz abgeschaltet?
Der wichtigste Grund ist die zunehmende Verbreitung der Glasfaser.
Glasfaser ermöglicht deutlich höhere Datenübertragungsraten und ist inzwischen die zentrale Infrastruktur für moderne Festnetzverbindungen. Orange beschreibt die Glasfaser inzwischen als Referenzinfrastruktur für das Festnetz in Frankreich.
Parallel dazu wird das alte Kupfernetz immer weniger benötigt. Die Abschaltung soll deshalb schrittweise erfolgen, während Kunden auf alternative Technologien umsteigen.
Gibt es eine einzige Abschaltdatum für ganz Frankreich?
Nein. Genau hier kann die Überschrift „Das Festnetz wird an einem bestimmten Tag abgeschaltet“ missverständlich sein.
Die Umstellung erfolgt nach Gebieten und in mehreren Etappen. Für einzelne Gemeinden gibt es jeweils eigene Termine für die kommerzielle und anschließend die technische Schließung des Kupfernetzes.
Bei der kommerziellen Schließung können in einem Gebiet keine neuen Kupferanschlüsse mehr bestellt werden. Später folgt die technische Abschaltung, bei der die bestehenden Kupferdienste eingestellt werden.
Was passiert mit dem alten Festnetzanschluss?
Wer heute einen klassischen Telefonanschluss über das Kupfernetz nutzt, muss auf eine andere Technologie umsteigen, wenn das eigene Gebiet von der technischen Abschaltung betroffen ist.
In vielen Fällen wird die Umstellung auf Glasfaser (FTTH) die naheliegende Lösung sein. Je nach örtlicher Verfügbarkeit können jedoch auch andere Technologien infrage kommen.
Orange nennt neben Glasfaser beispielsweise alternative Lösungen wie Festnetz über Mobilfunk oder Satellit.
Auch ältere Internetanschlüsse sind betroffen
Die Abschaltung betrifft nicht nur die klassische Telefonie.
Das Kupfernetz wurde auch für ADSL und andere kupferbasierte Internetzugänge verwendet. Deshalb müssen auch Haushalte und Unternehmen, die noch über solche Anschlüsse mit dem Internet verbunden sind, rechtzeitig auf eine alternative Technologie wechseln.
Orange erklärt ausdrücklich, dass alle Kundengruppen von der Schließung betroffen sind – darunter Privatkunden, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen.
Was sollten Betroffene jetzt tun?
Wer noch einen älteren Festnetz- oder DSL-Anschluss besitzt, sollte nicht bis zum letzten Moment warten.
Zunächst lohnt sich eine Prüfung, ob am eigenen Wohnort bereits ein Glasfaseranschluss verfügbar ist. Ist dies der Fall, kann der Wechsel frühzeitig mit dem eigenen Anbieter besprochen werden.
Besonders ältere Menschen sollten darauf achten, dass nicht nur das Telefon selbst funktioniert, sondern auch eventuell angeschlossene Geräte berücksichtigt werden.
Vorsicht bei Notruf- und Alarmanlagen
Bei einer Umstellung sollte außerdem geprüft werden, ob weitere Geräte die alte Telefonleitung verwenden.
Dazu können beispielsweise bestimmte Alarmanlagen, Notrufsysteme oder andere technische Geräte gehören. Solche Systeme müssen gegebenenfalls angepasst werden, damit sie nach dem Wechsel weiterhin funktionieren.
Bei Unsicherheit ist es sinnvoll, den Anbieter oder den jeweiligen Gerätehersteller zu kontaktieren.
Der Wechsel erfolgt schrittweise
Die Abschaltung des Kupfernetzes erfolgt nicht plötzlich am gesamten französischen Staatsgebiet.
Orange hat einen langfristigen Zeitplan vorgesehen. Die einzelnen Gebiete werden schrittweise bearbeitet, wobei zwischen der kommerziellen Schließung und der späteren technischen Abschaltung unterschieden wird.
Bereits im Januar 2025 begann die erste Welle der technischen Abschaltung in 162 Gemeinden. Am 27. Januar 2026 folgte eine weitere große Etappe mit 763 Gemeinden und rund 900.000 betroffenen Haushalten beziehungsweise Anschlüssen.
Damit ist die Umstellung bereits in vollem Gange.
Festnetztelefonie verschwindet nicht vollständig
Die wichtigste Botschaft für Verbraucher lautet daher: Das Festnetztelefon verschwindet nicht zwangsläufig.
Verschwinden soll vielmehr die alte Kupfertechnik. Ein Festnetztelefon kann auch über moderne Netze weiter betrieben werden.
Für viele Haushalte wird sich im Alltag deshalb vor allem die technische Grundlage des Anschlusses ändern, während die Möglichkeit zu telefonieren erhalten bleibt.
Glasfaser wird zur neuen Grundlage
Die zunehmende Umstellung auf Glasfaser ist Teil eines größeren technologischen Wandels.
Orange meldete Anfang 2026, dass die Glasfaser bereits für einen sehr großen Teil der französischen Haushalte verfügbar sei. Gleichzeitig werden immer mehr Kupferanschlüsse abgeschaltet.
Für Verbraucher bedeutet dies, dass alte Anschlüsse nach und nach durch moderne Breitbandverbindungen ersetzt werden.
Fazit: Keine Panik, aber rechtzeitig handeln
Das Ende des klassischen Kupfernetzes in Frankreich ist Realität. Die vollständige technische Abschaltung soll bis Ende 2030 erfolgen.
Allerdings gibt es keinen einzigen Abschalttag für alle französischen Haushalte. Die Umstellung erfolgt schrittweise und abhängig vom jeweiligen Gebiet.
Wer noch einen alten Festnetz- oder DSL-Anschluss besitzt, sollte deshalb prüfen, wann die eigene Gemeinde betroffen ist und welche alternative Verbindung zur Verfügung steht. In vielen Fällen wird die Glasfaser die Nachfolge übernehmen.
Das klassische Telefonnetz geht damit zwar zu Ende – die Festnetztelefonie selbst muss aber nicht verschwinden.