Rillen auf den Fingernägeln sind nicht immer ein Grund zur Sorge
Wer seine Fingernägel genauer betrachtet, entdeckt manchmal feine Linien oder Rillen auf der Nageloberfläche. Solche Veränderungen können ganz harmlos sein, manchmal stehen sie aber auch mit Verletzungen, Hauterkrankungen oder anderen gesundheitlichen Problemen in Zusammenhang. Entscheidend ist deshalb nicht nur, dass Rillen vorhanden sind, sondern auch, wie sie aussehen und ob gleichzeitig weitere Veränderungen auftreten.
Längsrillen auf den Nägeln: Oft eine normale Veränderung
Längsrillen verlaufen von der Nagelhaut bis zur Spitze des Nagels. Sie gehören zu den häufigsten Veränderungen der Nageloberfläche und sind insbesondere mit zunehmendem Alter häufig zu beobachten. Der verlinkte Beitrag führt sie unter anderem auf Veränderungen des natürlichen Zell- und Nagelwachstums zurück.
Auch medizinische Informationen des NHS weisen darauf hin, dass sich Nägel im Laufe des Lebens verändern können. Deshalb bedeutet eine feine Längsrille allein keineswegs automatisch, dass eine Erkrankung vorliegt.
Wann Längsrillen genauer beobachtet werden sollten
Anders sieht es aus, wenn sich die Rillen deutlich verändern oder weitere Auffälligkeiten hinzukommen. Dazu können beispielsweise eine ungewöhnliche Verfärbung, eine raue oder brüchige Nageloberfläche oder eine Veränderung der Nagelform gehören. Der Ausgangsbeitrag nennt in diesem Zusammenhang unter anderem die sogenannte Trachyonychie, bei der Nägel rau und brüchig werden können.
Auch bei Eisenmangelanämie können Veränderungen der Nägel auftreten. Eine typische Veränderung bei Eisenmangel kann beispielsweise ein nach innen gewölbter, löffelförmiger Nagel sein. Aus einer einzelnen Rille lässt sich jedoch keine Diagnose ableiten.
Querrillen: Ein anderes Erscheinungsbild
Neben Längsrillen gibt es auch Rillen, die quer über den Nagel verlaufen. Solche tiefen Querfurchen werden als Beau-Linien bezeichnet. Sie können entstehen, wenn das Nagelwachstum vorübergehend unterbrochen oder stark verlangsamt wurde. Laut NHS können solche Veränderungen beispielsweise nach einer Erkrankung auftreten und anschließend mit dem Nagel herauswachsen.
Deshalb sollte eine einzelne Querfurche nicht automatisch als Hinweis auf eine bestimmte schwere Erkrankung interpretiert werden. Vielmehr muss die gesamte Situation betrachtet werden.