Dieses natürliche Abendgetränk kann für ein angenehmeres Bauchgefühl sorgen

Ein warmes Getränk am Abend kann ein wohltuendes Ritual sein, besonders nach einem üppigen Essen. Im Internet werden solche Getränke häufig als „Nacht-Drink“ bezeichnet und mit einem flacheren Bauch oder sogar einer stärkeren Fettverbrennung während des Schlafs beworben.

Ganz so einfach ist es allerdings nicht. Kein Getränk lässt Bauchfett innerhalb einer Nacht verschwinden. Ein warmes Getränk kann jedoch dazu beitragen, ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen, die Verdauung zu unterstützen und das Gefühl von Blähungen oder Schwere zu lindern.

Warum ein Getränk am Abend angenehm sein kann

Nach einem langen Tag wünschen sich viele Menschen einen ruhigen Abschluss. Eine warme, koffeinfreie Flüssigkeit kann dabei helfen, eine entspannte Abendroutine zu schaffen.

Besonders Getränke mit Ingwer oder anderen aromatischen Gewürzen werden häufig nach dem Essen getrunken. Ingwer wird unter anderem mit einer Unterstützung der Verdauung in Verbindung gebracht. Auch warme Getränke können dazu beitragen, den Flüssigkeitsbedarf zu decken.

Wichtig ist jedoch, daraus keine Wunderwirkung abzuleiten.

Eine einfache Variante mit Ingwer und Zitrone

Eine unkomplizierte Möglichkeit ist ein warmes Getränk aus wenigen Zutaten.

Zutaten

  • 250 ml warmes Wasser
  • ein kleines Stück frischer Ingwer
  • etwas frischer Zitronensaft
  • optional eine kleine Menge Honig
  • nach Geschmack etwas Zimt

Zubereitung

Den Ingwer schälen und in dünne Scheiben schneiden oder fein reiben. Mit dem warmen Wasser übergießen und einige Minuten ziehen lassen.

Anschließend etwas Zitronensaft hinzufügen. Wer das Getränk etwas süßer mag, kann eine kleine Menge Honig verwenden.

Das Getränk sollte angenehm warm und nicht zu heiß getrunken werden.

Was kann der Drink tatsächlich bewirken?

Der größte Vorteil liegt weniger in einer angeblichen „Fettverbrennung“ als in einer angenehmen Abendroutine.

Ein warmes, koffeinfreies Getränk kann beispielsweise dabei helfen, den Flüssigkeitsbedarf zu decken. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr gehört zu einer normalen Unterstützung der Verdauung. Gleichzeitig kann ein ruhiges Abendritual das Wohlbefinden fördern.

Auch bestimmte Gewürze werden wegen ihrer möglichen Wirkung auf die Verdauung eingesetzt. Eine aktuelle Zusammenfassung zur Ernährung am Abend nennt beispielsweise Ingwer und Kurkuma als Bestandteile warmer Getränke, die die Verdauung unterstützen können.

Ein flacherer Bauch bedeutet nicht automatisch weniger Fett

Hier lohnt sich ein genauer Blick auf die häufig verwendete Werbung für solche Getränke.

Wenn sich der Bauch am Morgen weniger aufgebläht anfühlt, bedeutet das nicht unbedingt, dass über Nacht Körperfett verschwunden ist. Das Bauchvolumen kann sich beispielsweise durch Verdauungsprozesse, Flüssigkeit und Gas verändern.

Die Vorstellung, dass ein bestimmter Drink während des Schlafs gezielt Bauchfett verbrennt, ist daher irreführend. Nachhaltige Veränderungen des Körpergewichts entstehen nicht durch ein einzelnes Getränk, sondern durch die gesamte Ernährung, Bewegung und den langfristigen Lebensstil.

Ingwer als beliebte Zutat

Ingwer wird traditionell häufig nach Mahlzeiten verwendet. Er kann Gerichten und Getränken eine angenehme Schärfe verleihen und wird auch in Zusammenhang mit der Verdauung untersucht.

Wer den Geschmack mag, kann deshalb ein kleines Stück frischen Ingwer in heißem Wasser ziehen lassen.

Dabei muss die Menge nicht groß sein. Ein intensiver Ingwergeschmack ist nicht automatisch mit einer stärkeren Wirkung verbunden.

Zitrone sorgt für Frische

Ein Spritzer Zitronensaft verändert den Geschmack des Getränks deutlich und macht es frischer.

Zitronenwasser ist vor allem eine einfache Möglichkeit, Wasser geschmacklich interessanter zu machen. Die häufig anzutreffende Behauptung, Zitronenwasser würde den Körper „entgiften“ oder über Nacht Fett abbauen, sollte dagegen nicht als wissenschaftlich erwiesene Wirkung betrachtet werden.

Zimt als optionale Ergänzung

Eine kleine Prise Zimt kann dem Getränk eine warme, würzige Note geben.

Auch hier gilt: Zimt ist eine geschmackliche Ergänzung und kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung. Wer ihn regelmäßig verwendet, sollte es bei normalen Küchenmengen belassen.

Honig nur sparsam verwenden

Wer sein Abendgetränk süßer mag, kann etwas Honig hinzufügen.

Allerdings enthält Honig Zucker und damit auch Energie. Wer gerade versucht, seine Kalorienzufuhr zu reduzieren, kann den Honig einfach weglassen oder nur sehr wenig verwenden.

Ungesüßte Getränke sind am Abend häufig die einfachere Wahl.

Nicht zu viel kurz vor dem Schlafengehen trinken

Ein weiterer Punkt wird bei Abendgetränken häufig vergessen: Sehr große Mengen Flüssigkeit unmittelbar vor dem Schlafengehen können dazu führen, dass man nachts häufiger aufstehen muss.

Eine kleine Menge ist für die meisten gesunden Erwachsenen unproblematisch. Große Trinkmengen direkt vor dem Zubettgehen können dagegen den Schlaf durch nächtlichen Harndrang stören.

Deshalb sollte die Flüssigkeitszufuhr möglichst über den gesamten Tag verteilt werden.

Eine Alternative: warme goldene Milch

Wer Zitrone und Ingwer nicht mag, kann auch eine sogenannte „Golden Milk“ ausprobieren.

Dabei werden beispielsweise pflanzliche Milch, Kurkuma, Ingwer, Zimt und etwas schwarzer Pfeffer miteinander kombiniert. Eine von einer Ernährungsfachkraft vorgestellte Variante wird als koffeinfreies Abendgetränk beschrieben, das sich gut in eine entspannte Abendroutine integrieren lässt.

Auch hier sollte man das Getränk als Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung betrachten und nicht als Mittel zum schnellen Abnehmen.

Wann Vorsicht sinnvoll ist

Nicht jedes Hausmittel ist für jeden Menschen gleichermaßen geeignet.

Wer beispielsweise häufig unter Sodbrennen oder einem empfindlichen Magen leidet, sollte beobachten, wie der Körper auf saure oder scharfe Zutaten wie Zitrone und Ingwer reagiert.

Auch Menschen mit bestimmten Erkrankungen oder einer ärztlich vorgeschriebenen Trinkmengenbegrenzung sollten ihre Flüssigkeitszufuhr nicht eigenständig verändern.

Bei anhaltenden Verdauungsbeschwerden sollte außerdem nicht versucht werden, die Ursache ausschließlich mit Hausmitteln zu behandeln.

So wird daraus ein sinnvolles Abendritual

Das Getränk kann Teil einer größeren Routine werden:

  1. Nach dem Abendessen nicht mehr sehr schwer essen.
  2. Ein kleines warmes Getränk zubereiten.
  3. Koffein am späten Abend vermeiden.
  4. Sich etwas Zeit zum Entspannen nehmen.
  5. Ausreichend, aber nicht übermäßig viel trinken.
  6. Für regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung sorgen.

Gerade diese Kombination ist sinnvoller als die Erwartung, dass ein einzelnes Getränk über Nacht eine bestimmte Körperstelle verändert.

Fazit

Ein warmes Getränk mit Ingwer, Zitrone und optional etwas Zimt kann ein angenehmer Begleiter für den Abend sein. Es kann Flüssigkeit liefern und eine ruhige Abendroutine unterstützen. Ingwer wird zudem mit möglichen positiven Effekten auf die Verdauung in Verbindung gebracht.

Was es jedoch nicht kann: innerhalb weniger Stunden gezielt Bauchfett verbrennen oder den Körper „entgiften“.

Wer morgens einen leichteren Bauch verspürt, kann das durchaus als angenehmes Gefühl wahrnehmen – sollte diesen Effekt aber nicht mit einem tatsächlichen Verlust von Körperfett verwechseln. Für langfristige Veränderungen bleiben Ernährung, Bewegung, Schlaf und allgemeine Lebensgewohnheiten entscheidend.