Es ist eine kleine Gewohnheit, die im Alltag schnell übersehen wird: Das Ladegerät bleibt nach dem Aufladen einfach in der Steckdose. Das Kabel liegt bereit, und beim nächsten Mal muss nur noch das Smartphone, der Laptop oder ein anderes Gerät angeschlossen werden.
Doch auch wenn gerade kein Gerät geladen wird, kann ein eingestecktes Netzteil weiterhin Strom verbrauchen. Genau deshalb lohnt es sich, das Ladegerät nach Gebrauch aus der Steckdose zu ziehen.
Ein Ladegerät verbraucht auch ohne angeschlossenes Gerät Strom
Viele Menschen gehen davon aus, dass ein Netzteil erst dann Energie benötigt, wenn tatsächlich ein Gerät daran angeschlossen ist.
Das stimmt nicht vollständig. Moderne Ladegeräte haben zwar meist einen sehr geringen Leerlaufverbrauch, solange sie mit dem Stromnetz verbunden sind, können sie dennoch Energie aufnehmen.
Die Verbraucherzentrale weist ausdrücklich darauf hin, dass auch Ladegeräte ohne angeschlossenes Handy Strom verbrauchen können.
Warum der Verbrauch so leicht übersehen wird
Der Stromverbrauch eines einzelnen Ladegeräts ist normalerweise klein. Gerade deshalb fällt er im Alltag kaum auf.
Wenn jedoch mehrere Netzteile dauerhaft eingesteckt bleiben, kann sich der unnötige Verbrauch summieren. Dazu gehören beispielsweise Ladegeräte für Smartphones, Laptops, Tablets oder elektrische Zahnbürsten.
Die Verbraucherzentrale nennt für ungenutzte Leistungsaufnahmen bei verschiedenen Geräten Größenordnungen von etwa 0,5 bis 10 Watt. Ob ein konkretes Ladegerät tatsächlich so viel verbraucht, hängt allerdings vom jeweiligen Modell ab.
Eine einfache Gewohnheit kann Strom sparen
Das Ausschalten beziehungsweise Herausziehen eines Ladegeräts ist eine der unkompliziertesten Maßnahmen im Haushalt.
Wer das Netzteil nach dem Aufladen nicht mehr benötigt, kann es einfach aus der Steckdose ziehen. Bei mehreren Geräten kann alternativ eine abschaltbare Steckdosenleiste praktisch sein.
So lassen sich mehrere Verbraucher mit einem einzigen Schalter vom Stromnetz trennen. Genau diese Vorgehensweise empfiehlt die Verbraucherzentrale auch für andere Geräte, die unnötig im Stand-by bleiben.
Besonders praktisch: eine feste Routine
Damit das Herausziehen nicht ständig vergessen wird, hilft eine einfache Routine.
Zum Beispiel kann man sich angewöhnen, das Ladegerät immer dann aus der Steckdose zu nehmen, wenn das Gerät vollständig geladen ist und nicht mehr benötigt wird.
Noch einfacher ist es, einen festen Platz für das Ladegerät zu bestimmen. Nach dem Laden wird es dort abgelegt, anstatt dauerhaft an der Wandsteckdose zu bleiben.
Wie viel Geld lässt sich damit sparen?
Hier sollte man realistisch bleiben.
Ein einzelnes modernes Ladegerät verursacht im Leerlauf normalerweise keinen riesigen Stromverbrauch. Deshalb sollte man nicht mit spektakulären Einsparungen rechnen.
Die tatsächliche Ersparnis hängt davon ab, wie viele Ladegeräte dauerhaft angeschlossen sind, wie hoch deren Leerlaufverbrauch ist und wie lange sie ungenutzt am Stromnetz hängen.
Wer es genau wissen möchte, kann den Verbrauch mit einem geeigneten Strommessgerät überprüfen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt solche Messungen ausdrücklich, um heimliche Stromverbraucher im Haushalt aufzuspüren.
Nicht nur Ladegeräte sind betroffen
Das Prinzip beschränkt sich nicht auf Netzteile.
Auch Fernseher, Spielekonsolen, Computerzubehör und andere elektronische Geräte können im Stand-by weiterhin Strom benötigen. Bei manchen Geräten ist der Verbrauch sehr gering, bei anderen kann er über längere Zeit durchaus relevant werden.
Deshalb lohnt es sich, den eigenen Haushalt gelegentlich darauf zu überprüfen, welche Geräte tatsächlich dauerhaft mit dem Stromnetz verbunden bleiben.
Was ist mit der Sicherheit?
Auch wenn der Stromverbrauch eines modernen Ladegeräts gering sein kann, ist es grundsätzlich sinnvoll, beschädigte oder auffällig heiße Netzteile nicht weiterzuverwenden.
Bei Ladegeräten und Akkus sollte man außerdem die Herstellerangaben beachten. Die Verbraucherzentrale rät unter anderem dazu, Ladegeräte und Akkus sicher zu verwenden und beschädigte oder stark erhitzte Lithium-Ionen-Akkus nicht weiter zu benutzen.
Ein intaktes, hochwertiges Ladegerät sollte deshalb nicht mit einem beschädigten oder ungeeigneten Netzteil gleichgesetzt werden.
Die kleine Änderung im Alltag
Das Interessante an dieser Gewohnheit ist, dass sie kaum Aufwand verursacht.
Man muss keine neue Technik kaufen und keine komplizierte Energiesparstrategie entwickeln. Oft reicht es, nach dem Laden kurz den Stecker zu ziehen.
Wer mehrere Ladegeräte besitzt, kann auf diese Weise nach und nach überprüfen, welche Netzteile tatsächlich dauerhaft eingesteckt bleiben.
Ein einfacher Check für zu Hause
Wer seinen Stromverbrauch reduzieren möchte, kann einmal durch die Wohnung gehen und nach unnötig angeschlossenen Netzteilen suchen.
Dabei lohnt sich ein Blick auf:
- Smartphone-Ladegeräte
- Laptop-Netzteile
- Tablet-Ladegeräte
- Ladegeräte für elektrische Zahnbürsten
- Spielekonsolen und Zubehör
- Fernseher und Receiver
- weitere elektronische Geräte im Stand-by
Nicht jedes Gerät muss zwingend vom Netz getrennt werden. Besonders praktisch ist jedoch, bewusst zu entscheiden, welche Geräte wirklich dauerhaft Strom benötigen.
Fazit
Ein Ladegerät muss nicht ständig in der Steckdose bleiben. Auch ohne angeschlossenes Gerät kann ein Netzteil einen kleinen Teil Strom verbrauchen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt deshalb, Ladegeräte bei Nichtgebrauch nicht dauerhaft eingesteckt zu lassen.
Die Einsparung durch ein einzelnes Ladegerät ist zwar meist gering. Werden jedoch mehrere Netzteile und andere Stand-by-Verbraucher im Haushalt berücksichtigt, kann sich die Gewohnheit durchaus lohnen.
Stecker ziehen, wenn das Ladegerät nicht gebraucht wird – eine kleine Veränderung, die wenig Aufwand kostet und unnötigen Stromverbrauch vermeiden kann.