Im Sommer gibt es Tomaten oft im Überfluss. Wer einen eigenen Garten hat oder auf dem Markt besonders günstig einkauft, steht schnell vor der Frage: Was tun mit den vielen reifen Früchten, bevor sie verderben?
Eine einfache Möglichkeit ist das Einfrieren. Der von Ihnen verlinkte Beitrag stellt genau diese Methode vor und verspricht, dadurch Geld zu sparen und den Geschmack des Sommers auch außerhalb der Saison zu bewahren.
Tomaten lassen sich tatsächlich einfrieren. Allerdings verändern sie dabei ihre Konsistenz. Nach dem Auftauen sind sie deutlich weicher als frische Tomaten und eignen sich deshalb besonders gut für Suppen, Saucen, Eintöpfe und andere warme Gerichte.
Warum sich das Einfrieren von Tomaten lohnt
Tomaten bestehen zu einem sehr großen Teil aus Wasser. Genau deshalb leiden ihre festen Zellstrukturen beim Einfrieren und Auftauen. Die Frucht wird anschließend weicher und gibt mehr Flüssigkeit ab.
Für Salate oder belegte Brote ist das eher ein Nachteil. Für gekochte Speisen kann es dagegen sogar praktisch sein: Die Tomaten lassen sich schnell in Saucen oder Suppen einarbeiten und zerfallen beim Erhitzen leicht.
Das Einfrieren hat außerdem einen wirtschaftlichen Vorteil. Wenn während der Tomatensaison mehr Früchte vorhanden sind, als man kurzfristig essen kann, müssen sie nicht weggeworfen werden.
Welche Tomaten eignen sich am besten?
Grundsätzlich können viele Tomatensorten eingefroren werden. Besonders praktisch sind jedoch reife, gesunde und möglichst fleischige Tomaten.
Fleischige Sorten enthalten vergleichsweise viel Fruchtfleisch und weniger freien Saft. Dadurch eignen sie sich besonders gut für Saucen, Suppen und andere gekochte Gerichte.
Sehr wässrige oder überreife Früchte können nach dem Auftauen besonders weich werden. Auch beschädigte oder bereits verdorbene Tomaten sollte man nicht einfrieren.
Ganze Tomaten einfrieren: die einfachste Methode
Wer möglichst wenig Arbeit haben möchte, kann die Tomaten im Ganzen einfrieren.
Dazu werden nur wenige Schritte benötigt:
- Reife und unbeschädigte Tomaten auswählen.
- Unter fließendem Wasser gründlich waschen.
- Die Stielansätze entfernen.
- Die Tomaten vollständig trocken tupfen.
- Die Früchte portionsweise in geeignete Gefrierbeutel oder luftdichte Behälter geben.
- Möglichst viel Luft aus den Beuteln entfernen und anschließend einfrieren.
Das ist besonders praktisch, wenn die Tomaten später ohnehin gekocht oder püriert werden sollen.
Tomaten vorher schneiden: oft praktischer
Wer schon weiß, dass die Tomaten später in Suppen, Saucen oder Eintöpfen landen, kann sie vor dem Einfrieren auch halbieren oder würfeln.
Der Vorteil: Die Früchte sind später direkt portionierbar und müssen nicht erst mühsam geschnitten werden.
Noch praktischer kann es sein, die vorbereiteten Stücke zunächst einzeln auf einem Blech oder Tablett vorzufrieren. Danach lassen sie sich in einen Beutel umfüllen, ohne zu einem einzigen großen Block zusammenzufrieren.
Tomaten als Püree einfrieren
Eine besonders platzsparende Variante ist Tomatenpüree.
Dafür werden gewaschene Tomaten zerkleinert und anschließend püriert. Das fertige Püree kann in kleinen Behältern oder portionsweise eingefroren werden.
Sehr praktisch sind beispielsweise kleine Dosen oder Eiswürfelformen. So kann später genau die Menge entnommen werden, die für eine Sauce oder Suppe benötigt wird.
Muss man Tomaten vor dem Einfrieren schälen?
Nein, das ist nicht zwingend erforderlich.
Tomaten können mit Schale eingefroren werden. Nach dem Auftauen wird die Haut allerdings häufig weich und kann sich je nach Sorte leichter ablösen.
Wer für Suppen oder Saucen ohnehin geschälte Tomaten bevorzugt, kann die Schale natürlich vorher entfernen. Die Entscheidung hängt hauptsächlich davon ab, wie die Tomaten später verwendet werden sollen.
Warum aufgetauchte Tomaten nicht mehr wie frische schmecken
Viele Menschen erwarten zunächst, dass eine eingefrorene Tomate nach dem Auftauen genauso aussieht wie eine frische.
Das ist nicht der Fall.
Beim Gefrieren bilden sich Eiskristalle. Diese verändern die Zellstruktur der Frucht. Nach dem Auftauen wird das Fruchtfleisch deshalb weicher und saftiger.
Das ist kein Zeichen dafür, dass etwas schiefgelaufen ist. Es ist eine normale Folge des Einfrierens und bei Tomaten besonders deutlich.
Für welche Gerichte eignen sich gefrorene Tomaten?
Hier spielen gefrorene Tomaten ihre größte Stärke aus.
Sie eignen sich beispielsweise hervorragend für:
- Tomatensaucen
- Tomatensuppe
- Gulasch
- Eintöpfe
- Currys
- Schmorgerichte
- Gemüsepfannen
- Pasta-Saucen
Beim Kochen verlieren die weiche Konsistenz und der zusätzliche Saft an Bedeutung.
Für Salat sind sie weniger geeignet
Wer im Winter eine Tomate möchte, die genauso knackig ist wie eine frische Sommertomate, wird mit der Tiefkühlmethode eher enttäuscht sein.
Aufgetaute Tomaten sind weich und eignen sich deshalb nicht besonders gut für Salate, Sandwiches oder andere Gerichte, bei denen eine feste Struktur wichtig ist.
Für warme Speisen sind sie dagegen oft eine sehr praktische Alternative.
Wie verhindert man Gefrierbrand?
Gefrierbrand entsteht vor allem, wenn Lebensmittel mit zu viel Luft in Kontakt kommen oder nicht ausreichend verpackt sind.
Deshalb sollten Tomaten möglichst luftdicht verpackt werden. Bei Gefrierbeuteln kann man vor dem Verschließen möglichst viel Luft herausdrücken.
Kleine Portionen sind ebenfalls sinnvoll, weil dadurch nicht jedes Mal der gesamte Vorrat geöffnet werden muss.
Die richtige Temperatur ist entscheidend
Für eine längerfristige Lagerung sollte das Gefriergerät konstant bei ungefähr −18 °C oder kälter arbeiten. Die polnische Landwirtschaftsberatung SGGW weist ebenfalls darauf hin, dass für die Lagerung von Obst und Gemüse im Gefrierzustand eine konstante Temperatur von höchstens −18 °C wichtig ist.
Außerdem sollte man vermeiden, Lebensmittel wiederholt aufzutauen und erneut einzufrieren.
Wie lange können gefrorene Tomaten aufbewahrt werden?
Für eine gute Qualität wird häufig empfohlen, gefrorene Tomaten innerhalb von etwa 6 bis 12 Monaten zu verbrauchen, wenn sie durchgehend bei ungefähr −18 °C gelagert wurden.
Das bedeutet nicht, dass sie nach genau einem Jahr automatisch verdorben sind. Geschmack, Farbe, Aroma und Konsistenz können mit der Zeit jedoch nachlassen.
Eine einfache Beschriftung mit dem Einfrierdatum hilft, den Überblick zu behalten.
Muss man Tomaten blanchieren?
Bei Tomaten ist Blanchieren nicht zwingend erforderlich.
Im Gegensatz zu vielen anderen Gemüsesorten lassen sie sich auch roh einfrieren. Eine Empfehlung der SGGW weist allerdings generell darauf hin, dass Blanchieren bei vielen Obst- und Gemüsearten dazu beitragen kann, enzymatische Veränderungen zu verlangsamen und Farbe und Textur besser zu erhalten.
Für Tomaten ist die Veränderung der Textur nach dem Auftauen jedoch ohnehin deutlich. Deshalb ist das direkte Einfrieren für viele Küchen die einfachste Lösung.
Ganze Früchte oder Stücke – welche Methode ist besser?
Das hängt davon ab, wie viel Zeit man investieren möchte.
Ganze Tomaten sind am schnellsten vorbereitet. Man wäscht sie, entfernt den Stielansatz und friert sie ein.
Geschnittene Tomaten sind später bequemer, weil man sie direkt in den Topf geben kann.
Tomatenpüree spart besonders viel Platz und eignet sich hervorragend für Saucen und Suppen.
Es gibt also keine einzige richtige Methode. Entscheidend ist die spätere Verwendung.
Ein praktischer Tipp für kleine Portionen
Wer häufig kocht, kann Tomaten portionsweise einfrieren.
Eine kleine Portion reicht beispielsweise für eine Pfanne Pasta, während eine größere Portion für eine Suppe oder einen Eintopf reserviert werden kann.
Noch praktischer ist es, Tomatenpüree in kleinen Portionen einzufrieren. So muss nicht jedes Mal ein großer Behälter aufgetaut werden.
Die richtige Auftaumethode
Für gekochte Gerichte müssen Tomaten häufig gar nicht vollständig aufgetaut werden.
Gefrorene Tomaten können direkt in einen Topf oder eine Pfanne gegeben werden, wo sie beim Erhitzen langsam auftauen und gleichzeitig verarbeitet werden.
Wenn die Tomaten für ein bestimmtes Rezept vorher aufgetaut werden müssen, sollte dies möglichst kontrolliert geschehen, etwa im Kühlschrank.
Auch der Geschmack bleibt weitgehend erhalten
Das Einfrieren ist eine gute Möglichkeit, saisonale Tomaten länger verfügbar zu machen. Geschmack und viele Nährstoffe bleiben dabei weitgehend erhalten, auch wenn die Konsistenz deutlich verändert wird.
Bei einzelnen Vitaminen kann es zu gewissen Verlusten kommen. Eine aktuelle Zusammenfassung nennt beispielsweise Vitamin C als empfindlicher gegenüber der Lagerung, während Lycopin vergleichsweise stabil bleibt.
Für gekochte Gerichte ist der Unterschied im Alltag deshalb meist gering.
Warum Einfrieren Lebensmittelverschwendung reduzieren kann
Gerade in der Hauptsaison werden Tomaten manchmal schneller reif, als sie gegessen werden können.
Statt überreife Früchte wegzuwerfen, kann man sie rechtzeitig einfrieren und später für warme Gerichte verwenden.
Das ist besonders sinnvoll bei Gartentomaten, weil hier plötzlich sehr große Mengen gleichzeitig verfügbar sein können.
Fazit
Tomaten kann man problemlos einfrieren, und die Methode ist besonders praktisch, wenn während der Saison größere Mengen anfallen.
Die wichtigste Besonderheit: Nach dem Auftauen werden Tomaten weich. Deshalb eignen sie sich anschließend vor allem für Saucen, Suppen, Eintöpfe und andere warme Gerichte, weniger für Salate oder Sandwiches.
Wer möglichst wenig Arbeit möchte, kann die Tomaten im Ganzen einfrieren. Für eine bequemere spätere Verwendung sind geschnittene Tomaten oder eingefrorenes Tomatenpüree oft noch praktischer.
Bei der Lagerung sollte die Temperatur möglichst konstant bei −18 °C oder darunter liegen und ein wiederholtes Auftauen und Wiedereinfrieren vermieden werden.
So wird aus einem Überschuss an Sommertomaten ein praktischer Vorrat, der auch im Winter noch für eine aromatische Tomatensauce oder eine warme Suppe genutzt werden kann.