Auf dem übermittelten Bild ist sehr wahrscheinlich Portulak (Portulaca oleracea) zu sehen. Die Pflanze wächst flach am Boden und fällt durch ihre fleischigen, ovalen Blätter sowie häufig rötlich gefärbte Stängel auf. Genau diese Merkmale passen zu dem abgebildeten Gewächs. (Boîte à outils des plantes)
Was viele Gartenbesitzer als lästiges Unkraut betrachten, wird in verschiedenen Regionen seit Langem als Gemüse verwendet. Blätter und Stängel können beispielsweise roh oder gegart gegessen werden. (Boîte à outils des plantes)
Portulak wächst oft dort, wo man ihn nicht erwartet
Portulak ist eine einjährige Pflanze, die sich flach über den Boden ausbreitet. Besonders auffällig sind die saftigen, dicken Blätter und die teilweise rötlichen Stängel.
Die Pflanze ist weltweit verbreitet und kommt unter anderem in Gärten, auf offenen Böden und in landwirtschaftlich genutzten Flächen vor. (CALS)
Gerade weil Portulak spontan zwischen anderen Pflanzen auftaucht, wird er häufig einfach entfernt. Dabei hat er eine lange Geschichte als essbare Wildpflanze.
Ein „Unkraut“, das auf den Teller kommen kann
Portulak ist nicht ausschließlich eine Gartenpflanze. Blätter, Stängel und Blüten des Gemeinen Portulaks gelten als essbar. Sie können roh beispielsweise in Salaten verwendet oder gekocht werden. (Boîte à outils des plantes)
Geschmacklich wird Portulak als leicht säuerlich und teilweise salzig beschrieben. Durch seine saftige Konsistenz eignet er sich auch für warme Gerichte wie Suppen oder Eintöpfe. (Wisconsin Horticulture)
Damit ist die Pflanze ein interessantes Beispiel dafür, dass nicht jedes Gewächs, das im Garten ungeplant auftaucht, automatisch wertlos ist.
Warum Portulak ernährungsphysiologisch interessant ist
Portulak enthält verschiedene Nährstoffe und ist insbesondere für seinen Gehalt an Alpha-Linolensäure (ALA), einer Omega-3-Fettsäure, bekannt. Wissenschaftliche Untersuchungen haben außerdem Mineralstoffe und verschiedene antioxidativ wirkende Inhaltsstoffe in der Pflanze beschrieben. (PubMed)
Auch die FAO führt Portulak als essbare Pflanze auf und nennt unter anderem Calcium, Eisen und Folat in ihrer Nährstoffübersicht. (Open Knowledge)
Das bedeutet allerdings nicht, dass Portulak eine medizinische Wirkung garantiert oder Krankheiten behandeln kann. Seine interessante Zusammensetzung ist vor allem ein Grund dafür, weshalb die Pflanze als Lebensmittel Aufmerksamkeit verdient.
So kann Portulak in der Küche verwendet werden
Wer sicher bestimmten Gemeinen Portulak identifiziert hat, kann die jungen Pflanzenteile auf unterschiedliche Weise verwenden.
Roh im Salat
Die jungen Blätter und zarten Stängel können klein geschnitten und Salaten hinzugefügt werden. Ihr leicht säuerlicher Geschmack kann dabei für eine besondere Note sorgen. (Boîte à outils des plantes)
Gegart als Gemüse
Portulak kann ähnlich wie andere Blattgemüse gekocht werden. Auch in Suppen und Eintöpfen findet die Pflanze Verwendung. (Open Knowledge)
Als besondere Zutat
Durch seine leicht säuerliche Note kann Portulak eine interessante Ergänzung zu Gerichten sein, bei denen frische Kräuter oder Blattgemüse verwendet werden.
Nicht jedes ähnliche Gewächs einfach essen
Hier ist allerdings Vorsicht wichtig: Wildpflanzen sollten nur gegessen werden, wenn ihre Art eindeutig bestimmt wurde.
Die Universität Florida weist darauf hin, dass es innerhalb der Gattung Portulaca verschiedene Arten gibt und eine korrekte Identifizierung vor dem Verzehr entscheidend ist. Gemeiner Portulak (Portulaca oleracea) ist die bekannte essbare Art. (Ask IFAS – Powered by EDIS)
Außerdem enthält Portulak Oxalate. Bei hohen Mengen können diese Stoffe problematisch sein, weshalb die Pflanze nicht als grenzenlos unbedenkliches Lebensmittel betrachtet werden sollte. (Boîte à outils des plantes)
Warum man Portulak nicht sofort aus dem Garten entfernen muss
Für viele Menschen ist Portulak zunächst einfach ein störendes Gewächs zwischen Gemüse oder Blumen. Seine Eigenschaften zeigen jedoch, dass sich ein genauerer Blick lohnen kann.
Die Pflanze ist essbar, wächst unkompliziert und wird in verschiedenen Küchenkulturen traditionell als Gemüse verwendet. Gleichzeitig kann sie als bodennahe Pflanze zur Bodenbedeckung beitragen. (Open Knowledge)
Wer sie im eigenen Garten entdeckt, muss sie also nicht automatisch als wertloses Unkraut betrachten.
Fazit
Das auf dem Bild abgebildete Gewächs ist sehr wahrscheinlich Gemeiner Portulak (Portulaca oleracea). Die unscheinbare Pflanze wird häufig als Unkraut wahrgenommen, ist aber tatsächlich eine traditionelle essbare Wildpflanze.
Ihre fleischigen Blätter und Stängel können roh oder gekocht verwendet werden. Zudem liefert Portulak unter anderem ALA-Omega-3-Fettsäuren und verschiedene Mineralstoffe. (Boîte à outils des plantes)
Wichtig bleibt die eindeutige Bestimmung vor dem Verzehr: Eine ähnlich aussehende Pflanze sollte niemals allein aufgrund eines Fotos oder einer oberflächlichen Ähnlichkeit gegessen werden.