Reis gehört nicht nur in die Küche. In der asiatischen Kosmetik werden Reis und daraus gewonnene Inhaltsstoffe schon seit langer Zeit für die Hautpflege verwendet. Auch selbst gemachte Reiscremes und Reiswasser erfreuen sich inzwischen großer Beliebtheit.
Der französische Ausgangsbeitrag stellt eine solche Pflege als traditionelle Schönheitsidee vor, die für einen natürlichen und ebenmäßigen Teint sorgen soll.
Warum Reis in der Hautpflege verwendet wird
Reis enthält verschiedene Stoffe, die für kosmetische Anwendungen interessant sind. Dazu gehören unter anderem bestimmte phenolische Verbindungen, Betain und Bestandteile der Reiskleie.
Eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit kommt zu dem Ergebnis, dass einzelne aus Reis gewonnene Inhaltsstoffe unter anderem feuchtigkeitsspendende, antioxidative und weitere hautpflegende Eigenschaften zeigen können.
Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass eine selbst zubereitete Reiscreme dieselben Eigenschaften besitzt wie ein professionell entwickeltes Kosmetikprodukt.
Reiswasser und Hautpflege sind nicht dasselbe
Ein wichtiger Unterschied wird bei vielen Beauty-Tipps übersehen: Reiswasser aus der Küche ist nicht mit einem standardisierten Reisextrakt aus einem Kosmetikprodukt gleichzusetzen.
Bei industriell hergestellten Pflegeprodukten können bestimmte Reisbestandteile gezielt extrahiert, konzentriert und formuliert werden. Selbst gemachtes Reiswasser enthält dagegen eine nicht standardisierte Mischung verschiedener Stoffe.
Eine Untersuchung aus dem Jahr 2018 testete beispielsweise ein Gel mit einem sehr hohen Anteil an Reiswasser. Dabei wurden antioxidative Eigenschaften und eine gute Hautverträglichkeit beobachtet. Die Untersuchung war jedoch klein und umfasste lediglich zwölf Personen über einen Zeitraum von 28 Tagen.
Was kann eine Reiscreme für die Haut leisten?
Bei Reisbestandteilen gibt es Hinweise auf verschiedene kosmetische Eigenschaften. Dazu gehören insbesondere antioxidative Effekte und mögliche Auswirkungen auf Hautfeuchtigkeit und Hautbild.
Eine andere Untersuchung beschäftigte sich mit einer speziell formulierten Creme, die bioaktive Bestandteile aus Reiskleie enthielt. Dabei wurden bei den untersuchten Teilnehmern unter anderem Veränderungen bei Hautfeuchtigkeit, Elastizität und Hautstruktur beobachtet.
Diese Ergebnisse sollten jedoch nicht mit einer einfachen Küchenmischung gleichgesetzt werden.
Der Beauty-Trend mit dem natürlichen Glow
Der Wunsch nach einem natürlichen, frischen Hautbild ist einer der Gründe, weshalb Reiswasser und Reisprodukte in der Hautpflege so populär geworden sind.
Die Vorstellung, dass ein alltägliches Lebensmittel gleichzeitig als günstiger Beauty-Wirkstoff dienen kann, macht solche Hausmittel besonders attraktiv.
Allerdings sollte man zwischen einem angenehmen Pflegeeffekt und medizinischen Versprechen unterscheiden. Eine selbst gemachte Reiscreme kann beispielsweise Teil einer kosmetischen Pflegeroutine sein, garantiert aber keine Faltenreduzierung oder dauerhafte Veränderung der Haut.
So sollte man bei selbst gemachter Gesichtspflege vorsichtig sein
Wer eine selbst gemachte Reiszubereitung für das Gesicht ausprobieren möchte, sollte besonders auf Hygiene achten.
Frisch zubereitete Mischungen enthalten häufig Wasser und verderben leichter als konservierte Kosmetikprodukte. Deshalb sollten solche Produkte nicht über längere Zeit bei Raumtemperatur aufbewahrt werden.
Außerdem empfiehlt es sich, eine neue Zubereitung zunächst an einer kleinen Hautstelle zu testen. So lässt sich beobachten, ob Rötungen, Brennen oder andere Reaktionen auftreten.
Kein Ersatz für Sonnenschutz
Auch wenn Reisbestandteilen in manchen Untersuchungen antioxidative oder photoprotektive Eigenschaften zugeschrieben werden, sollte eine selbst gemachte Reiscreme niemals als Ersatz für einen geeigneten Sonnenschutz betrachtet werden.
Wer seine Haut vor UV-Strahlung schützen möchte, sollte dafür ein entsprechend geprüftes Sonnenschutzprodukt verwenden.
Was bedeutet der Hinweis auf Geishas?
Der Ausgangsbeitrag verbindet die Reiscreme mit den traditionellen Schönheitsritualen japanischer Geishas.
Die Verwendung von Reis und Reisprodukten in asiatischen Schönheitspraktiken hat tatsächlich eine lange Geschichte. Daraus lässt sich jedoch nicht automatisch ableiten, dass eine heutige selbst gemachte Reiscreme exakt einer historischen Rezeptur entspricht.
Der Begriff sollte deshalb eher als Hinweis auf eine traditionelle Inspiration verstanden werden.
Fazit
Reis ist ein interessanter Bestandteil der Hautpflege, aber kein Wundermittel. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass bestimmte Reisbestandteile kosmetisch interessante Eigenschaften besitzen können. Gleichzeitig ist die Datenlage zu einfachen, selbst gemachten Reiszubereitungen begrenzt.
Wer den Beauty-Trend ausprobieren möchte, sollte deshalb realistische Erwartungen haben, auf hygienische Zubereitung achten und eine neue Anwendung zunächst vorsichtig testen.
Die verlinkte Quelle selbst enthält auf der ersten Seite keine vollständige Rezeptur, sondern verweist für die Fortsetzung auf eine weitere Seite.