Geranien gehören zu den beliebtesten Balkon- und Kübelpflanzen. Mit ihren farbenfrohen Blüten können sie über viele Wochen für ein sommerliches Erscheinungsbild sorgen. Damit sie jedoch kräftig wachsen und möglichst viele Blüten entwickeln, kommt es nicht nur auf das Gießen an.
Der von Ihnen verlinkte Beitrag stellt eine besondere Gießmethode als Geheimnis für üppig blühende Geranien vor. Die konkrete Seite war beim Abruf allerdings nicht vollständig zugänglich. Deshalb sollte man sich bei der Pflege besser an bewährten gärtnerischen Grundlagen orientieren.
Geranien richtig gießen: Weniger kann mehr sein
Bei den häufig als „Geranien“ bezeichneten Balkonpflanzen handelt es sich meist um Pelargonien. Sie kommen mit zeitweiser Trockenheit vergleichsweise gut zurecht und sollten deshalb nicht ständig mit kleinen Wassermengen versorgt werden.
Die Royal Horticultural Society empfiehlt, Pelargonien von Frühjahr bis Sommer mäßig zu gießen und darauf zu achten, dass das Substrat nicht dauerhaft nass bleibt. Im Winter sollte deutlich sparsamer gegossen werden.
Entscheidend ist daher nicht ein bestimmtes Hausmittel im Gießwasser, sondern der richtige Rhythmus.
Warum Staunässe problematisch ist
Geranien mögen Feuchtigkeit, aber keine dauerhaft nassen Wurzeln. Steht Wasser längere Zeit im Topf, kann das Wurzelsystem geschädigt werden.
Deshalb sollte überschüssiges Wasser aus Untersetzern oder Übertöpfen entfernt werden. Ebenso wichtig ist ein Pflanzgefäß mit Abzugslöchern und ein gut durchlässiges Substrat.
Gerade bei Kübelpflanzen kann ein durchlässiger Boden einen großen Unterschied machen.
So erkennen Sie, wann wieder gegossen werden muss
Statt sich strikt an einen festen Gießplan zu halten, lohnt es sich, die Erde regelmäßig zu kontrollieren.
Ist die obere Schicht trocken und fühlt sich das Substrat auch etwas tiefer trocken an, kann die Pflanze wieder gründlich gegossen werden. Danach sollte überschüssiges Wasser ablaufen können.
Die allgemeine Empfehlung der RHS lautet ebenfalls, Pflanzen lieber weniger häufig, dafür gründlicher zu bewässern und die Oberfläche anschließend wieder abtrocknen zu lassen.
Viel Sonne für viele Blüten
Neben dem Wasser ist der Standort entscheidend. Pelargonien wachsen besonders gut an einem hellen, sonnigen Platz und sind für ihre lange Blütezeit bekannt.
Ein heller Balkon oder eine sonnige Terrasse kann deshalb ideale Bedingungen bieten. Je nach Sorte kann auch etwas Halbschatten vertragen werden, doch für eine besonders üppige Blüte ist ausreichend Licht wichtig.
Regelmäßig verblühte Blüten entfernen
Wer möglichst lange Freude an seinen Geranien haben möchte, sollte verwelkte Blüten regelmäßig entfernen. Dieses sogenannte Ausputzen oder Deadheading kann die weitere Blütenbildung fördern.
Auch bei verschiedenen Pelargonien-Sorten empfiehlt die RHS das regelmäßige Entfernen verblühter Blüten.
Dabei wird der verblühte Blütenstand möglichst sauber entfernt, damit die Pflanze ihre Energie nicht unnötig in die Samenbildung steckt.
Düngen kann die Blütenbildung unterstützen
Geranien in Töpfen und Balkonkästen haben nur begrenzte Mengen an Erde zur Verfügung. Während der Wachstumszeit kann deshalb eine regelmäßige Nährstoffversorgung sinnvoll sein.
Die RHS empfiehlt für Pelargonien im Frühjahr zunächst einen ausgewogenen Flüssigdünger. Sobald die Blütenbildung beginnt, kann ein kaliumreicher Dünger verwendet werden.
Wichtig ist dabei, immer die Dosierung des jeweiligen Produkts einzuhalten. Mehr Dünger bedeutet nicht automatisch mehr Blüten. Eine Überdosierung kann der Pflanze sogar schaden.
Ein einfacher Pflegeplan für üppige Geranien
Wer seine Pelargonien möglichst blühfreudig halten möchte, kann sich an diesen Grundregeln orientieren:
Heller Standort:
Möglichst viel Licht und – je nach Sorte – Sonne sorgen für gute Wachstumsbedingungen.
Richtig gießen:
Erst gießen, wenn das Substrat ausreichend abgetrocknet ist, anschließend aber gründlich wässern.
Staunässe vermeiden:
Überschüssiges Wasser sollte problemlos ablaufen können.
Verblühtes entfernen:
Regelmäßiges Ausputzen kann die Blüte verlängern.
Während der Wachstumszeit düngen:
Ein geeigneter Flüssigdünger kann die Pflanze mit wichtigen Nährstoffen versorgen.
Für gute Belüftung sorgen:
Gerade bei Pflanzen in Wintergärten oder Gewächshäusern ist eine gute Luftzirkulation wichtig.
Was ist mit speziellen Hausmitteln im Gießwasser?
Im Internet finden sich zahlreiche Rezepte, die Geranien mit Küchenzutaten oder ungewöhnlichen Flüssigkeiten besonders schnell zum Blühen bringen sollen. Solche Tipps sollten kritisch betrachtet werden.
Eine spezielle Flüssigkeit ist nicht notwendig, wenn die grundlegenden Bedingungen stimmen. Viel wichtiger sind Licht, ein passendes Substrat, kontrollierte Wassergaben und eine ausgewogene Nährstoffversorgung.
Wer ein selbst hergestelltes Mittel verwendet, sollte außerdem bedenken, dass die tatsächliche Konzentration von Nährstoffen kaum zuverlässig kontrolliert werden kann.
Auch das Wetter beeinflusst den Wasserbedarf
An heißen, sonnigen Tagen trocknet das Substrat in Balkonkästen wesentlich schneller aus als bei kühlem Wetter. Deshalb kann eine Pflanze im Hochsommer häufiger Wasser benötigen.
Umgekehrt sollte an kühlen oder regnerischen Tagen nicht automatisch nach einem festen Zeitplan gegossen werden.
Die Pflanze und die Feuchtigkeit des Substrats geben letztlich besser Auskunft als ein starrer Kalender.
Fazit: Nicht ein Geheimrezept, sondern die richtige Pflege zählt
Geranien beziehungsweise Pelargonien brauchen kein mysteriöses Wundermittel, um üppig zu blühen. Entscheidend sind viel Licht, gut durchlässige Erde, maßvolles Gießen, regelmäßiges Entfernen verblühter Blüten und eine passende Düngung.
Besonders beim Wasser gilt: Das Substrat sollte nicht dauerhaft nass bleiben. Pelargonien kommen mit etwas Trockenheit besser zurecht als mit ständig feuchten Wurzeln.
Wer diese einfachen Grundlagen beachtet, schafft gute Voraussetzungen dafür, dass Geranien über eine lange Zeit kräftig wachsen und viele farbenfrohe Blüten entwickeln.