Cashews und Gesundheit: Was beim regelmäßigen Verzehr tatsächlich im Körper passieren kann

Cashews gehören zu den beliebtesten Nüssen und werden häufig als gesunder Snack empfohlen. Ein viraler Beitrag mit dem Titel „Doctors reveal that eating cashews causes remarkable changes in your body“ verspricht deshalb erstaunliche Veränderungen durch regelmäßigen Cashew-Verzehr.

Tatsächlich gibt es wissenschaftliche Untersuchungen, die einige mögliche gesundheitliche Vorteile von Cashews und anderen Nüssen zeigen. Die Ergebnisse sind jedoch wesentlich nüchterner als die spektakuläre Überschrift: Cashews können Teil einer ausgewogenen Ernährung sein und möglicherweise bestimmte Herz-Kreislauf-Risikofaktoren günstig beeinflussen. Sie sind aber kein Wundermittel und ersetzen keine medizinische Behandlung.

Was steckt in Cashews?

Cashews liefern unter anderem ungesättigte Fettsäuren, Eiweiß, Ballaststoffe sowie verschiedene Vitamine und Mineralstoffe.

Wie andere Nüsse sind sie außerdem energiereich. Deshalb kommt es nicht nur darauf an, welche Lebensmittel man isst, sondern auch auf die Menge und darauf, wodurch die Cashews andere Snacks ersetzen.

Gerade diese Frage ist für die wissenschaftliche Bewertung wichtig: Cashews können beispielsweise sinnvoller sein als stark verarbeitete Snacks mit viel Salz, Zucker oder raffinierten Kohlenhydraten.

Können Cashews den Cholesterinspiegel beeinflussen?

Hier gibt es tatsächlich interessante klinische Daten.

In einer randomisierten kontrollierten Studie mit 51 Erwachsenen mit erhöhtem oder erhöhtem Risiko für LDL-Cholesterin führte eine vierwöchige Ernährung mit Cashews im Vergleich zu einer Kontrollernährung mit Kartoffelchips zu einer stärkeren Verringerung des Gesamtcholesterins und des LDL-Cholesterins.

Die Unterschiede waren zwar nicht riesig, aber statistisch signifikant.

Das ist ein wichtiger Unterschied zu der Behauptung, Cashews würden den Cholesterinspiegel „dramatisch“ verändern. Die Forschung zeigt eher einen moderaten möglichen Vorteil, insbesondere wenn Cashews einen weniger günstigen Snack ersetzen.

Auch andere Nüsse zeigen günstige Effekte auf Blutfette

Die Forschung beschränkt sich nicht auf Cashews.

Eine große Meta-Analyse kontrollierter Studien untersuchte verschiedene Baumnüsse und kam zu dem Ergebnis, dass Nussverzehr insgesamt mit niedrigeren Werten für Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, Apolipoprotein B und Triglyceride verbunden war.

Das spricht dafür, dass Cashews als Bestandteil einer insgesamt ausgewogenen Ernährung durchaus sinnvoll sein können.

Allerdings bedeutet das nicht, dass jede Nuss dieselbe Wirkung in gleicher Stärke besitzt oder dass größere Mengen automatisch bessere Ergebnisse bringen.

Was passiert bei Menschen mit Typ-2-Diabetes?

Auch hierzu gibt es Studien speziell mit Cashews.

Eine achtwöchige randomisierte kontrollierte Untersuchung mit 50 Menschen mit Typ-2-Diabetes ergab, dass eine Ernährung mit Cashews bestimmte Werte verbesserte, darunter Seruminsulin und das Verhältnis von LDL- zu HDL-Cholesterin. Bei Gewicht, BMI und Taillenumfang wurden dagegen keine signifikanten Unterschiede festgestellt.

Das ist ein gutes Beispiel dafür, warum Gesundheitsversprechen genau formuliert werden müssen.

Cashews können unter bestimmten Bedingungen mit günstigen Veränderungen einzelner Stoffwechselmarker verbunden sein. Daraus folgt jedoch nicht, dass sie Diabetes behandeln oder den Blutzucker automatisch normalisieren.

Cashews machen nicht automatisch schlank

Die Vorstellung, dass Cashews den Stoffwechsel ankurbeln und dadurch automatisch beim Abnehmen helfen, ist wissenschaftlich nicht gut belegt.

Eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse von sechs klinischen Studien mit insgesamt 521 Teilnehmern fand keine signifikanten Auswirkungen des Cashew-Verzehrs auf Gewicht, BMI oder Taillenumfang. Auch bei mehreren untersuchten Blutzuckermarkern wurden keine eindeutigen Gesamtwirkungen festgestellt.

Cashews sind also kein spezielles Abnehmprodukt.

Sie können allerdings eine sinnvolle Alternative zu weniger nährstoffreichen Snacks sein, insbesondere wenn die Portionsgröße angemessen bleibt.

Warum die Portionsgröße wichtig ist

Nüsse sind nährstoffreich, aber gleichzeitig relativ energiereich.

Eine kleine Handvoll kann gut in eine ausgewogene Ernährung passen. Werden dagegen große Mengen zusätzlich zu den normalen Mahlzeiten gegessen, steigt die gesamte Kalorienaufnahme entsprechend.

Deshalb sollte der mögliche Vorteil von Cashews nicht mit dem Gedanken verbunden werden, dass „mehr automatisch besser“ sei.

Können Cashews den Blutdruck beeinflussen?

Auch hierzu gibt es interessante Ergebnisse.

In einer randomisierten Studie mit 300 Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes, die zwölf Wochen lang täglich 30 Gramm Cashews erhielten, sank der systolische Blutdruck stärker als in der Kontrollgruppe. Gleichzeitig stieg das HDL-Cholesterin etwas stärker an.

Andere Blutfett- und Blutzuckerwerte unterschieden sich dagegen nicht signifikant zwischen den Gruppen.

Auch hier zeigt sich: Cashews können möglicherweise einzelne Risikofaktoren günstig beeinflussen, aber die Effekte sind nicht bei allen Messgrößen gleich.

Was macht Cashews für das Herz interessant?

Der mögliche Nutzen hängt nicht von einem einzigen „Superstoff“ ab.

Cashews enthalten unter anderem einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren sowie weitere Nährstoffe. Die Forschung zu Nüssen insgesamt deutet darauf hin, dass regelmäßiger Nussverzehr mit einem günstigeren Herz-Kreislauf-Risikoprofil verbunden sein kann. Eine große Übersichtsarbeit bewertet die Evidenz für einen Zusammenhang zwischen Nussverzehr und geringerem kardiovaskulärem Risiko als moderat.

Dabei sollte allerdings zwischen gesundheitsfördernder Ernährung und medizinischer Therapie unterschieden werden.

Cashews können Teil einer herzfreundlichen Ernährung sein, aber sie behandeln keine bestehende Herzkrankheit.

Antioxidantien sind kein Wundermittel

Gesundheitsartikel betonen bei Nüssen häufig ihre antioxidativen Eigenschaften.

Solche Inhaltsstoffe sind grundsätzlich interessant, doch die Bezeichnung „Antioxidans“ bedeutet nicht automatisch, dass ein Lebensmittel Krankheiten verhindert oder heilt.

Entscheidend ist, was in gut kontrollierten Studien beim Menschen tatsächlich beobachtet wird.

Die besten Belege für Cashews betreffen derzeit unter anderem bestimmte Blutlipide und einzelne Stoffwechsel- beziehungsweise Blutdruckparameter – nicht eine allgemeine „Entgiftung“ oder Heilwirkung.

Was ist mit dem Blutzucker?

Cashews enthalten Kohlenhydrate, aber im Verhältnis zu vielen typischen Süßigkeiten oder stark verarbeiteten Snacks deutlich mehr Fett, Eiweiß und Ballaststoffe.

Trotzdem sollte man nicht behaupten, Cashews würden den Blutzucker bei allen Menschen senken.

Die Meta-Analyse randomisierter Studien fand insgesamt keine signifikanten Effekte von Cashews auf Nüchternblutzucker, Insulin oder HOMA-IR.

Einzelne kleinere Studien zeigten dagegen bestimmte Verbesserungen. Das bedeutet: Die Forschung ist interessant, aber nicht eindeutig genug für ein pauschales Gesundheitsversprechen.

Gesalzene oder ungesalzene Cashews?

Für den Alltag sind ungesalzene Cashews meist die unkompliziertere Wahl.

Stark gesalzene Varianten erhöhen die Natriumaufnahme und passen möglicherweise schlechter zu einer Ernährung, bei der auf den Blutdruck geachtet werden soll.

Auch stark gezuckerte oder mit süßen Überzügen versehene Cashews sind ernährungsphysiologisch etwas anderes als einfache Nüsse.

Roh oder geröstet?

Cashews werden in vielen Formen angeboten: roh, geröstet, gesalzen oder gewürzt.

Für die grundsätzliche Ernährung ist entscheidend, was zusätzlich hinzugefügt wurde.

Eine stark gezuckerte oder sehr salzige Variante kann deutlich weniger günstig sein als eine einfache Portion naturbelassener oder leicht gerösteter Cashews.

Cashews als Snack statt Chips

Hier liegt wahrscheinlich einer der praktischsten Vorteile.

Wenn Cashews eine sehr zucker- oder stärkereiche Snackoption ersetzen, kann sich die gesamte Ernährungsqualität verbessern.

Das passt auch zu der klinischen Studie, in der Cashews mit Kartoffelchips als Kontrollsnack verglichen wurden. Die Cashew-Gruppe zeigte dabei günstigere Veränderungen bei Gesamt- und LDL-Cholesterin.

Der Nutzen entsteht also möglicherweise nicht nur durch die Cashew selbst, sondern auch dadurch, was man stattdessen nicht isst.

Vorsicht bei Nussallergien

Für Menschen mit einer Cashew-Allergie können Cashews gefährlich sein.

Eine Übersichtsarbeit zu Nüssen und Samen weist darauf hin, dass allergische Reaktionen zwar einen relativ kleinen Anteil der Erwachsenen betreffen, aber durchaus ernst sein können.

Bei bekannter Nussallergie sollte man Cashews selbstverständlich meiden und auf die Kennzeichnung von Lebensmitteln achten.

Bei Nierenerkrankungen individuell beraten lassen

Cashews enthalten verschiedene Mineralstoffe, darunter Kalium und Phosphor.

Für gesunde Menschen sind diese Nährstoffe Bestandteil einer normalen Ernährung. Bei bestimmten Nierenerkrankungen können jedoch spezielle Ernährungsvorgaben notwendig sein.

Deshalb sollten Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion größere Ernährungsänderungen nicht allein anhand eines Internetartikels vornehmen.

Was die Wissenschaft derzeit tatsächlich sagt

Die beste Zusammenfassung lautet:

Cashews sind ein nährstoffreiches Lebensmittel mit einigen interessanten klinischen Ergebnissen, insbesondere im Bereich der Blutfette.

Eine randomisierte Studie zeigte eine Senkung von Gesamt- und LDL-Cholesterin gegenüber einem Kartoffelchip-Kontrollsnack.

Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes wurden in einzelnen Studien ebenfalls Verbesserungen bestimmter Parameter beobachtet, während andere Messwerte unverändert blieben.

Eine Meta-Analyse fand dagegen keine klaren Gesamtwirkungen auf Körpergewicht, BMI oder mehrere Blutzuckerparameter.

Warum die Überschrift übertreibt

Die Formulierung „Ärzte enthüllen bemerkenswerte Veränderungen im Körper“ suggeriert eine spektakuläre, eindeutig bewiesene Wirkung.

Die tatsächliche Studienlage ist differenzierter.

Cashews können Teil einer gesunden Ernährung sein. Bestimmte Studien zeigen moderate Verbesserungen bei einzelnen Risikofaktoren. Andere Untersuchungen finden dagegen keinen signifikanten Effekt auf bestimmte Endpunkte.

Das ist normale wissenschaftliche Evidenz – aber eben kein Wunderheilmittel.

Fazit

Cashews sind eine nährstoffreiche Nuss und können sinnvoll Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein. Besonders interessant ist die Forschung zu den Blutfetten: In einer kontrollierten Studie führte regelmäßiger Cashew-Verzehr im Vergleich zu Kartoffelchips zu einer stärkeren Senkung von Gesamt- und LDL-Cholesterin.

Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes wurden in einzelnen Studien außerdem Veränderungen bei Insulin, HDL-Cholesterin und Blutdruck beobachtet.

Gleichzeitig zeigt eine Meta-Analyse, dass Cashews nicht automatisch Gewicht reduzieren oder sämtliche Blutzuckerwerte verbessern.

Die sinnvollste Schlussfolgerung lautet daher nicht „Cashews verändern den Körper auf erstaunliche Weise“, sondern: Eine moderate Portion ungesalzener Cashews kann eine nährstoffreiche Alternative zu weniger günstigen Snacks sein und möglicherweise bestimmte Herz-Kreislauf-Risikofaktoren günstig beeinflussen.