Erdbeeren gehören zu den beliebtesten Früchten überhaupt. Doch immer wieder sorgen Meldungen über Pestizidrückstände für Verunsicherung. Eine aktuelle Schlagzeile behauptet sogar, Erdbeeren aus einem bestimmten Land seien „absolut zu vermeiden“.
Ganz so einfach ist die Situation jedoch nicht. Zwar können Erdbeeren Rückstände von Pflanzenschutzmitteln enthalten und einzelne Chargen können wegen zu hoher Rückstände zurückgerufen werden. Daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass sämtliche Erdbeeren aus einem bestimmten Herkunftsland gesundheitsschädlich sind.
Warum Erdbeeren beim Thema Pestizide auffallen
Erdbeeren sind empfindliche Früchte und werden während des Anbaus verschiedenen Krankheiten und Schädlingen ausgesetzt. Deshalb können im konventionellen Anbau Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.
Untersuchungen weisen bei Erdbeeren regelmäßig Rückstände verschiedener Wirkstoffe nach. Entscheidend ist dabei jedoch nicht allein, ob ein Rückstand nachgewiesen wurde. Wichtig sind auch die Menge, der konkrete Wirkstoff und die gesetzlich festgelegten Rückstandshöchstwerte.
Ein Nachweis bedeutet deshalb nicht automatisch, dass ein Lebensmittel gefährlich ist.
Spanien steht immer wieder im Mittelpunkt der Diskussion
Besonders häufig wird in Internetartikeln auf Erdbeeren aus Spanien verwiesen. Tatsächlich gab es im März 2026 in Frankreich einen konkreten Rückruf von Erdbeeren spanischer Herkunft. Betroffen waren lose Erdbeeren, die in Filialen von Grand Frais und Fresh verkauft worden waren. Als Grund wurden Pestizidrückstände oberhalb der zulässigen Höchstwerte genannt.
Ein solcher Rückruf ist ein ernst zu nehmender Hinweis auf ein bestimmtes Produkt beziehungsweise bestimmte Warenpartien. Er bedeutet jedoch nicht, dass alle spanischen Erdbeeren betroffen sind.
Genau diese Unterscheidung geht bei zugespitzten Überschriften häufig verloren.
Neue Untersuchung zeichnet ein differenzierteres Bild
Interessant ist, dass eine im Juli 2026 veröffentlichte Untersuchung zu einem deutlich differenzierteren Ergebnis kam.
Nach Angaben von Euronews wurden Erdbeerproben aus elf europäischen Ländern untersucht. Insgesamt enthielten 88 Prozent der analysierten Erdbeeren Pestizidrückstände. Gleichzeitig wurden spanische Erdbeeren in dieser Untersuchung als vergleichsweise gering belastet beschrieben.
Damit widerspricht die Untersuchung der pauschalen Behauptung, spanische Erdbeeren seien generell besonders stark mit Pestiziden belastet.
Das zeigt auch, warum Herkunft allein kein ausreichendes Kriterium für die Beurteilung eines Lebensmittels ist.