Beim Aufschlagen plötzlich ein roter Fleck im Ei
Ein Ei aufschlagen, zum Frühstück zubereiten – und plötzlich ist da ein kleiner roter Punkt im Eigelb. Für viele Menschen sieht das zunächst ungewöhnlich oder sogar beunruhigend aus. Schnell stellt sich die Frage: Ist das Ei verdorben oder kann man es noch essen?
Die gute Nachricht: Ein kleiner roter Fleck im Eigelb ist nicht automatisch ein Zeichen für ein verdorbenes Ei. Häufig handelt es sich um eine sogenannte Blutstelle, die während der Entstehung des Eis entstehen kann. Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) bezeichnet kleine Blut- oder Fleischstellen als normale Erscheinungen, die keinen Einfluss auf die Sicherheit oder Qualität des Eis haben.
Woher kommt der rote Fleck?
Ein solcher Punkt entsteht während der Bildung des Eis im Körper der Henne. Kleine Blutgefäße können dabei verletzt werden, wodurch eine geringe Menge Blut in das Ei gelangt.
Das bedeutet nicht, dass sich im Ei ein Küken entwickelt hat. Kleine Blutstellen können auch bei gewöhnlichen Speiseeiern vorkommen. Nach Angaben des USDA werden solche Auffälligkeiten bei der Verarbeitung durch die sogenannte Durchleuchtung möglichst aussortiert, weshalb Verbraucher sie relativ selten sehen.
Ist ein Ei mit einem kleinen Blutpunkt essbar?
Ein kleiner, klar begrenzter Blutpunkt ist für sich genommen normalerweise kein Grund, das gesamte Ei wegzuwerfen. Das USDA führt kleine Blut- oder Fleischstellen ausdrücklich als normale Vorkommnisse auf.
Wer sich an dem Anblick stört, kann den roten Punkt einfach mit einem sauberen Löffel oder Messer entfernen und das Ei anschließend wie vorgesehen zubereiten.
Wichtig ist allerdings: Die rote Stelle allein sagt nichts darüber aus, ob das Ei insgesamt frisch und sicher gelagert wurde.
Wann sollte man ein Ei lieber wegwerfen?
Entscheidend sind andere Auffälligkeiten. Ein Ei sollte beispielsweise nicht verwendet werden, wenn die Schale bereits beschädigt ist und der Inhalt ausläuft. Auch ungewöhnlicher Geruch, Schimmel oder andere deutliche Veränderungen sprechen dagegen, das Ei zu verzehren.
Das USDA unterscheidet dabei zwischen kleinen Blutstellen und größeren Defekten. Größere Blutansammlungen oder bestimmte andere Veränderungen können als Qualitäts- beziehungsweise Ausschussmerkmale eingestuft werden.
Ein roter Punkt bedeutet nicht automatisch Salmonellen
Ein häufiger Irrtum besteht darin, einen roten Fleck im Eigelb unmittelbar mit einer bakteriellen Verunreinigung gleichzusetzen.
Eine kleine Blutstelle entsteht aufgrund des Bildungsprozesses des Eis und ist nicht dasselbe wie eine sichtbare bakterielle Kontamination. Dennoch können rohe oder nicht ausreichend erhitzte Eier grundsätzlich Krankheitserreger enthalten. Deshalb ist die richtige Lagerung und Zubereitung wichtiger als die Farbe eines einzelnen kleinen Punktes.
Untersuchungen des USDA zeigen außerdem, dass Blutstellen nicht grundsätzlich als Ursache einer Salmonelleninfektion angesehen werden können. Die Lebensmittelsicherheit von Eiern hängt von mehreren Faktoren ab, darunter Hygiene, Lagerung und ausreichendes Erhitzen.
Was sollte man mit dem roten Punkt machen?
Wer einen kleinen roten Punkt im Eigelb entdeckt, hat grundsätzlich mehrere Möglichkeiten:
- Entfernen: Der Punkt kann vorsichtig mit einem sauberen Besteckteil herausgenommen werden.
- Mitkochen: Bei einem kleinen Blutpunkt kann das Ei grundsätzlich weiterverwendet werden.
- Wegwerfen: Wer sich beim Anblick unwohl fühlt, kann das einzelne Ei selbstverständlich entsorgen.
Es besteht normalerweise kein Grund, wegen eines einzelnen kleinen roten Punktes gleich die gesamte Packung wegzuwerfen. Kleine Blut- oder Fleischstellen sind ein bekanntes Phänomen bei Eiern.
Die richtige Lagerung ist viel wichtiger
Für die Sicherheit von Eiern spielt die Lagerung eine entscheidende Rolle. Eier sollten entsprechend den örtlichen Vorgaben gekühlt beziehungsweise richtig aufbewahrt werden.
Das USDA weist darauf hin, dass Kühlung einen wichtigen Einfluss auf die Sicherheit und Qualität von Eiern hat. Außerdem sollten Eier mit beschädigter Schale besonders vorsichtig behandelt werden.
Auch das Waschen von Eiern zu Hause wird vom USDA nicht empfohlen, da dadurch das Risiko einer Verunreinigung erhöht werden kann.
Warum manche Eier einen „Fleischpunkt“ haben
Nicht jede dunkle oder rötliche Stelle muss reines Blut sein. In der Fachliteratur wird auch zwischen Blutstellen und sogenannten Fleischstellen unterschieden.
Fleischstellen können beispielsweise aus Gewebe bestehen oder aus Blutstellen entstehen, die ihre typische rote Farbe verloren haben. Kleine solche Stellen können ebenfalls bei Eiern vorkommen.
Wann genauer hinschauen?
Ein kleiner, einzelner Punkt ist etwas anderes als eine großflächige Verfärbung des Eiweißes oder Eigelbs.
Das USDA führt beispielsweise Eier mit stark blutigem Eiweiß, größeren Blutstellen, Schimmel, Fäulnis oder anderen deutlichen Veränderungen als nicht zum Verzehr geeignet auf.
Bei einem Ei, das ungewöhnlich riecht oder deutlich verdorben aussieht, sollte man deshalb nicht versuchen, die auffällige Stelle einfach zu entfernen und den Rest zu essen.
Fazit
Ein kleiner roter Punkt im Eigelb sieht zwar zunächst erschreckend aus, ist aber meist kein Grund zur Panik. Häufig handelt es sich um eine kleine Blut- oder Fleischstelle, die während der Bildung des Eis entstanden ist.
Nach Angaben des USDA beeinträchtigen kleine Blut- oder Fleischstellen die Sicherheit oder Qualität eines ansonsten geeigneten Eis nicht.
Wer sich daran stört, kann den Punkt entfernen. Viel wichtiger ist es, auf den allgemeinen Zustand des Eis, eine korrekte Lagerung und eine ausreichende Erhitzung zu achten.
Die gesamte Packung muss wegen eines einzelnen kleinen roten Punktes normalerweise nicht weggeworfen werden.