Natron steht in vielen Haushalten im Küchenschrank und wird längst nicht nur zum Backen verwendet. Auch in der Hautpflege wird das Hausmittel immer wieder empfohlen – etwa für selbst gemachte Peelings und Gesichtsmasken.
Doch gerade bei der Anwendung im Gesicht ist Vorsicht angebracht. Natron ist alkalisch und kann das natürliche Gleichgewicht der Haut beeinflussen. Wer es ausprobieren möchte, sollte deshalb besonders auf eine schonende Anwendung achten.
Was ist Natron eigentlich?
Natron ist die gebräuchliche Bezeichnung für Natriumhydrogencarbonat. Das weiße Pulver wird unter anderem beim Backen, Reinigen und in verschiedenen Haushaltsanwendungen eingesetzt.
In der Kosmetik wird es vor allem wegen seiner leicht abrasiven Eigenschaften interessant. Fein verteiltes Natron kann beim Auftragen dabei helfen, oberflächliche Hautschüppchen zu entfernen.
Welche Vorteile werden Natron für die Gesichtshaut zugeschrieben?
Natron wird in Hausmitteln häufig mit verschiedenen kosmetischen Effekten in Verbindung gebracht. Dazu gehören eine gründlichere Reinigung, ein glatteres Hautgefühl und das Entfernen abgestorbener Hautschüppchen.
Auch bei fettiger Haut und Unreinheiten wird das Hausmittel gelegentlich empfohlen.
Wichtig ist jedoch, solche Wirkungen nicht mit einer medizinisch nachgewiesenen Behandlung von Hautproblemen gleichzusetzen. Für empfindliche oder problematische Haut gibt es gezieltere und speziell formulierte Pflegeprodukte.
Das größte Problem: Natron ist alkalisch
Bei der Anwendung im Gesicht spielt der pH-Wert eine wichtige Rolle.
Die Haut besitzt normalerweise ein leicht saures Milieu. Natron ist dagegen alkalisch. Eine regelmäßige oder zu intensive Anwendung kann deshalb die natürliche Hautbarriere beeinträchtigen. Das kann unter anderem zu Trockenheit, Brennen, Rötungen oder Reizungen führen.
Aus diesem Grund sollte Natron nicht bedenkenlos wie ein gewöhnliches Gesichtsreinigungsmittel verwendet werden.
Reines Natron besser nicht großflächig auftragen
Besonders problematisch kann eine dicke Paste aus Natron und Wasser sein, die über längere Zeit auf dem gesamten Gesicht bleibt.
Auch starkes Reiben ist keine gute Idee. Die Kombination aus alkalischem Pulver und mechanischer Reibung kann die Haut zusätzlich belasten.
Wer empfindliche, trockene oder bereits gereizte Haut hat, sollte von solchen Experimenten besser absehen.
Vier sanftere Rezeptideen
Bei selbst gemachten Anwendungen wird Natron häufig mit anderen Zutaten kombiniert. Solche Mischungen können zwar weniger aggressiv wirken als reines Natron, sind aber trotzdem nicht automatisch für jede Haut geeignet.
1. Natron mit Honig
Honig wird in vielen DIY-Pflegeideen mit Natron kombiniert. Die Mischung wird dünn aufgetragen und anschließend wieder gründlich abgespült.
Da auch natürliche Zutaten Hautreaktionen auslösen können, sollte eine kleine Verträglichkeitsprobe erfolgen.
2. Natron mit einem milden Pflegeprodukt
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, eine sehr kleine Menge Natron mit einem milden Reinigungs- oder Pflegeprodukt zu kombinieren.
Dabei sollte nicht kräftig gerieben werden. Nach kurzer Anwendung wird die Mischung gründlich mit lauwarmem Wasser entfernt.
3. Natron als sehr mildes Peeling
Wer vor allem abgestorbene Hautschüppchen entfernen möchte, sollte besonders vorsichtig vorgehen.
Eine kleine Menge Natron kann in eine bereits vorhandene, milde Pflegebasis eingearbeitet werden. Das Produkt sollte nur sanft über die Haut bewegt und anschließend vollständig abgespült werden.
4. Natron mit einer pflegenden Ölkomponente
In manchen Hausrezepten wird Natron mit einem Öl kombiniert. Dadurch entsteht eine cremigere Konsistenz.
Auch hier gilt: möglichst wenig Reibung, kurze Anwendung und anschließend eine gründliche Reinigung der Haut.
Wie oft sollte man Natron im Gesicht verwenden?
Weniger ist bei diesem Hausmittel eindeutig mehr.
Eine häufige Anwendung kann die Haut austrocknen und reizen. Wer Natron überhaupt ausprobieren möchte, sollte deshalb nicht täglich damit das Gesicht reinigen oder peelen.
Bei Brennen, Rötungen, Spannungsgefühl oder anderen Beschwerden sollte die Anwendung sofort beendet werden.
Für wen ist Natron im Gesicht ungeeignet?
Besondere Vorsicht ist bei trockener, empfindlicher oder gereizter Haut angebracht. Auch bei offenen Hautstellen sollte Natron nicht angewendet werden.
Wer regelmäßig unter Hautproblemen wie entzündlicher Akne, Ekzemen oder stark gereizter Haut leidet, sollte nicht ausschließlich auf Hausmittel setzen.
Erst testen, dann anwenden
Bevor ein selbst gemischtes Pflegeprodukt großflächig im Gesicht verwendet wird, ist eine kleine Verträglichkeitsprobe sinnvoll.
Kommt es zu deutlicher Rötung, Schwellung, Brennen oder Juckreiz, sollte das Produkt nicht weiter verwendet werden.
Fazit
Natron kann als Bestandteil verschiedener Hausmittel für die Hautpflege verwendet werden, ist aber kein völlig harmloser Gesichtsreiniger. Seine alkalischen Eigenschaften können das natürliche Hautmilieu beeinflussen und bei empfindlicher Haut zu Trockenheit und Reizungen führen.
Wer Natron ausprobieren möchte, sollte deshalb sparsam vorgehen, nicht kräftig reiben und die Reaktion der eigenen Haut genau beobachten. Bei empfindlicher oder bereits gereizter Haut sind speziell entwickelte, milde Pflegeprodukte in der Regel die sicherere Wahl.