Warum ich mein Ladegerät nicht mehr dauerhaft in der Steckdose lasse

Viele Menschen lassen das Ladegerät ihres Laptops nach dem Aufladen einfach in der Steckdose. Es hängt dort den ganzen Tag, über Nacht und manchmal sogar mehrere Tage, ohne dass ein Gerät angeschlossen ist.

Auf den ersten Blick scheint das unproblematisch zu sein. Schließlich wird kein Laptop geladen. Trotzdem kann ein angeschlossenes Ladegerät weiterhin Strom aus dem Netz aufnehmen.

Auch unbenutzte Ladegeräte können Strom verbrauchen

Ein elektronisches Netzteil kann Strom verbrauchen, solange es mit der Steckdose verbunden ist. Dieser geringe Verbrauch wird häufig als Standby-Verbrauch bezeichnet.

Das US-Energieministerium erklärt, dass zahlreiche Geräte auch dann Energie benötigen können, wenn sie scheinbar ausgeschaltet sind. Zu den empfohlenen Maßnahmen gehört deshalb unter anderem, Laptop- und Handy-Ladegeräte vom Stromnetz zu trennen, wenn sie nicht benötigt werden.

Wie hoch der tatsächliche Verbrauch ist, hängt vom jeweiligen Ladegerät und dessen Bauweise ab.

Warum der einzelne Unterschied klein wirkt

Bei einem einzelnen modernen Ladegerät ist der Standby-Verbrauch normalerweise sehr gering. Trotzdem kann sich selbst ein kleiner Verbrauch über lange Zeit summieren.

Entscheidend ist dabei nicht nur ein einzelnes Ladegerät. In einem Haushalt können gleichzeitig mehrere Netzteile dauerhaft angeschlossen sein – beispielsweise für Smartphones, Tablets, Laptops, Lautsprecher oder andere elektronische Geräte.

Das Energieministerium bezeichnet diese Art des Stromverbrauchs als „standby power“ und weist darauf hin, dass sie sich über zahlreiche Geräte hinweg bemerkbar machen kann.

Was passiert mit dem Ladegerät, wenn kein Laptop angeschlossen ist?

Ein Ladegerät besteht nicht einfach nur aus einem Kabel. Im Netzteil befinden sich elektronische Komponenten, die die Netzspannung in eine für das angeschlossene Gerät geeignete Spannung umwandeln.

Wenn kein Laptop angeschlossen ist, befindet sich das Netzteil – abhängig von seiner Konstruktion – in einem Leerlauf- oder Standby-Zustand.

Der Stromverbrauch ist dabei zwar deutlich geringer als während des aktiven Ladevorgangs, aber nicht zwangsläufig null. Das US-Energieministerium unterscheidet bei Batterieladegeräten ausdrücklich zwischen verschiedenen Betriebszuständen, darunter aktives Laden, Wartungsbetrieb, Standby und ausgeschaltetem Zustand.

Warum Ausstecken eine einfache Gewohnheit sein kann

Wer sein Ladegerät nach dem Aufladen aus der Steckdose zieht, hat einen einfachen Weg gefunden, diesen Standby-Verbrauch vollständig zu vermeiden.

Das Energieministerium nennt das Ausstecken nicht benötigter Ladegeräte ausdrücklich als Möglichkeit, den Energieverbrauch durch Standby-Betrieb zu reduzieren.

Noch einfacher kann eine schaltbare Steckdosenleiste sein. Mehrere Ladegeräte lassen sich damit gemeinsam vom Stromnetz trennen.

Muss man wirklich jedes Mal den Stecker ziehen?

Nicht unbedingt.

Moderne Ladegeräte sind auf einen effizienten Betrieb ausgelegt, und der tatsächliche Standby-Verbrauch unterscheidet sich je nach Modell. Wer möglichst wenig Aufwand möchte, kann deshalb beispielsweise eine Steckdosenleiste mit Schalter verwenden.

Wer dagegen konsequent Energie sparen möchte, kann das Ladegerät nach dem Gebrauch direkt aus der Steckdose nehmen.

Das ist keine komplizierte Maßnahme und kostet nichts.

Ein wichtiger Unterschied: Ladegerät und Akku

Das Ladegerät dauerhaft eingesteckt zu lassen ist nicht dasselbe wie den Laptop dauerhaft zu laden.

Wenn der Laptop angeschlossen ist, greifen bei modernen Geräten verschiedene Lade- und Energiemanagementfunktionen. Das Energieministerium empfiehlt bei Notebooks unter anderem, das Netzteil nach dem Aufladen auszustecken oder eine schaltbare Steckdosenleiste zu verwenden.

Für die Lebensdauer eines Akkus sind allerdings die Empfehlungen des jeweiligen Herstellers maßgeblich.

Sicherheit sollte ebenfalls eine Rolle spielen

Ein Ladegerät sollte grundsätzlich in gutem Zustand sein. Beschädigte Kabel, lockere Stecker, ungewöhnliche Geräusche oder sichtbare Schäden sind Gründe, ein Netzteil nicht weiter zu verwenden.

Auch sollte man Ladegeräte nicht unter Gegenständen oder an Orten betreiben, an denen Wärme nicht ausreichend abgeführt werden kann.

Bei qualitativ hochwertigen und geeigneten Netzteilen steht jedoch nicht der kleine Standby-Verbrauch im Vordergrund, sondern vor allem ein sicherer und bestimmungsgemäßer Umgang mit elektrischen Geräten.

Eine kleine Gewohnheit mit wenig Aufwand

Das Ausstecken eines Ladegeräts dauert nur wenige Sekunden.

Wer ohnehin vom Schreibtisch aufsteht und den Laptop nicht mehr benötigt, kann das Netzteil gleichzeitig vom Strom trennen. Alternativ lässt sich eine Steckdosenleiste mit Schalter verwenden.

So wird aus einer kleinen Alltagshandlung eine einfache Möglichkeit, unnötigen Standby-Verbrauch zu vermeiden.

Fazit

Ein Ladegerät muss nicht dauerhaft in der Steckdose bleiben, wenn es nicht gebraucht wird.

Auch ohne angeschlossenes Gerät können Netzteile einen gewissen Standby-Verbrauch verursachen. Das US-Energieministerium empfiehlt deshalb ausdrücklich, nicht benötigte Ladegeräte auszustecken.

Der Verbrauch eines einzelnen modernen Ladegeräts mag gering sein. Wenn jedoch viele elektronische Geräte dauerhaft am Stromnetz hängen, können sich die kleinen Mengen summieren.

Deshalb ist das Ausstecken nach der Nutzung eine einfache Gewohnheit: kein großer Aufwand, keine zusätzlichen Kosten – und der Standby-Verbrauch dieses Ladegeräts ist damit vollständig beendet.