Weiche, gepflegte Lippen müssen nicht kompliziert sein. Gerade bei trockener Luft, Sonne, Wind oder kaltem Wetter kann die empfindliche Haut der Lippen schnell trocken, spröde oder rissig werden.
Im Internet werden dafür zahlreiche natürliche Hausmittel empfohlen. Doch nicht jede Methode ist tatsächlich sinnvoll. Manche Zutaten können die Lippen sogar zusätzlich reizen.
Wer sich weiche und gepflegte Lippen wünscht, sollte deshalb vor allem auf eine schonende Pflegeroutine setzen.
Warum werden Lippen so schnell trocken?
Die Haut der Lippen unterscheidet sich von der Haut an vielen anderen Körperstellen. Sie besitzt keine eigenen Talgdrüsen und kann deshalb weniger Fett bilden, das die Haut vor Feuchtigkeitsverlust schützt.
Kälte, trockene Luft, Wind und intensive Sonneneinstrahlung können die natürliche Schutzbarriere zusätzlich belasten. Auch häufiges Lippenlecken kann das Problem verstärken.
Das Ergebnis sind häufig gespannte, raue oder schuppige Lippen.
Die einfachste Lösung: regelmäßig Feuchtigkeit einschließen
Für trockene Lippen ist eine möglichst unkomplizierte Pflege oft die beste Wahl.
Dermatologen empfehlen insbesondere Lippenpflegeprodukte ohne reizende Inhaltsstoffe. Eine Salbe oder ein Pflegeprodukt mit Vaseline beziehungsweise Petrolatum kann dabei helfen, Feuchtigkeit einzuschließen und die Schutzbarriere der Lippen zu unterstützen.
Am besten wird die Pflege regelmäßig über den Tag verteilt und zusätzlich vor dem Schlafengehen aufgetragen.
Nicht jedes „natürliche“ Hausmittel ist geeignet
Zitrone, Zimt, ätherische Öle oder stark parfümierte Produkte werden in sozialen Netzwerken gelegentlich als Mittel für besonders rosige Lippen empfohlen.
Bei bereits trockenen oder rissigen Lippen können solche Stoffe allerdings problematisch sein. Dermatologische Empfehlungen raten unter anderem dazu, Duftstoffe sowie bestimmte Aromen wie Zimt, Zitrus, Minze oder Pfefferminze bei gereizten Lippen zu vermeiden.
Auch Produkte, die beim Auftragen bewusst brennen, kribbeln oder stark kühlen, sind kein Zeichen dafür, dass sie besonders gut wirken. Ein Brennen kann vielmehr auf eine Reizung hindeuten.
Warum Lippenpeelings nicht immer eine gute Idee sind
Ein weiterer beliebter Schönheitstipp sind Lippenpeelings. Dabei werden abgestorbene Hautschuppen mechanisch entfernt.
Bei empfindlichen oder bereits rissigen Lippen kann starkes Reiben jedoch die natürliche Schutzschicht zusätzlich beeinträchtigen. Die Cleveland Clinic rät deshalb von aggressiven Lippenpeelings ab, wenn die Lippen bereits trocken oder gereizt sind.
Statt die Haut immer wieder abzureiben, ist es sinnvoller, sie zunächst ausreichend zu pflegen und ihr Zeit zur Regeneration zu geben.
Lippen nicht ständig ablecken
Wenn sich die Lippen trocken anfühlen, ist der erste Impuls oft, sie mit der Zunge zu befeuchten.
Kurzfristig fühlt sich das angenehm an. Langfristig kann häufiges Lippenlecken die Trockenheit jedoch verstärken. Der Speichel verdunstet wieder und kann dabei dazu beitragen, dass die Lippen noch trockener werden.
Ein besserer Ersatz ist ein reizarmes Lippenpflegeprodukt, das bei Bedarf erneut aufgetragen werden kann.
Sonnenschutz wird häufig vergessen
Nicht nur Kälte und trockene Luft können den Lippen zusetzen. Auch UV-Strahlung kann die empfindliche Haut schädigen.
Wer sich längere Zeit im Freien aufhält, sollte deshalb einen Lippenpflegestift mit Sonnenschutz verwenden. Dermatologen empfehlen für die Lippen einen ausreichenden UV-Schutz, insbesondere bei längerer Sonnenexposition.
Das ist besonders wichtig im Sommer, aber auch bei intensiver Sonne im Winter.
Ausreichend trinken
Auch die Flüssigkeitszufuhr gehört zu einer sinnvollen Pflegeroutine.
Ausreichend Wasser zu trinken kann helfen, den Flüssigkeitshaushalt des Körpers aufrechtzuerhalten. Bei trockenen Lippen sollte man allerdings nicht ausschließlich auf mehr Flüssigkeit setzen: Eine schützende äußere Pflege bleibt ebenfalls wichtig.
Welche Inhaltsstoffe sind sinnvoll?
Bei trockenen Lippen können einfache, reizfreie Produkte besonders hilfreich sein.
Dermatologen nennen unter anderem:
- Petrolatum beziehungsweise Vaseline
- Ceramide
- Dimethicone
- Sheabutter
- Mineralöl
- bestimmte pflanzliche Öle
- Zinkoxid oder Titandioxid als Sonnenschutz
Besonders bei empfindlichen Lippen sind möglichst parfümfreie und reizarm formulierte Produkte eine gute Wahl.
Was sollte man besser vermeiden?
Bei trockenen oder rissigen Lippen können bestimmte Inhaltsstoffe die Beschwerden verschlimmern.
Dazu zählen laut dermatologischen Empfehlungen unter anderem Menthol, Kampfer, bestimmte Duftstoffe, Aromen sowie Salicylsäure. Auch Produkte, die beim Auftragen brennen oder stechen, sollten besser nicht weiter verwendet werden.
Das gilt auch dann, wenn ein Produkt als besonders „natürlich“ oder „wirksam“ beworben wird.
Wann sollte man die Lippen ärztlich untersuchen lassen?
Trockene Lippen sind meistens harmlos und bessern sich mit einer geeigneten Pflege.
Wenn die Beschwerden jedoch trotz konsequenter Pflege über längere Zeit bestehen bleiben, stark schmerzen, wiederholt aufreißen oder sich entzünden, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.
Hinter dauerhaft gereizten Lippen können beispielsweise Allergien, Ekzeme oder Infektionen stecken. Auch eine nicht heilende, hartnäckige Stelle sollte ärztlich untersucht werden.
Fazit: Gepflegte Lippen brauchen keine komplizierten Tricks
Für weiche und gepflegte Lippen ist vor allem eine regelmäßige, schonende Pflege entscheidend.
Eine einfache Lippenpflege mit reizarmen Inhaltsstoffen, ausreichend Flüssigkeit und Sonnenschutz kann deutlich sinnvoller sein als aggressive Peelings oder stark reizende Hausmittel. Besonders bei bereits trockenen Lippen sollte man auf Duftstoffe, intensive Aromen und Produkte verzichten, die brennen oder kribbeln.
Wer sich rosafarbene Lippen wünscht, sollte außerdem bedenken: Die natürliche Lippenfarbe ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Eine gute Pflege kann trockene und raue Lippen wieder geschmeidiger aussehen lassen, aber sie verändert nicht dauerhaft die natürliche Farbe der Lippen.
Die beste Schönheitsroutine ist deshalb oft die einfachste: schützen, pflegen und die empfindliche Haut nicht unnötig reizen.