Glaskeramik-Kochfeld richtig reinigen: Diese Fehler machen viele – und ein einfacher Trick hilft

Ein modernes Glaskeramik- oder Glas-Kochfeld sieht elegant aus, zeigt allerdings jeden Tropfen, jeden Fettfleck und eingebrannte Speisereste besonders deutlich. Genau deshalb greifen viele beim Putzen schnell zu starken Reinigern oder rauen Schwämmen – und können damit mehr schaden als nutzen.

Der verlinkte Beitrag nennt mehrere typische Fehler bei der Reinigung und stellt anschließend eine einfache Methode mit Natron und weißem Essig vor.

Bei der praktischen Anwendung sollte allerdings immer die Pflegeanleitung des eigenen Herstellers Vorrang haben. Hersteller wie GE, Samsung und Whirlpool empfehlen je nach Modell spezielle Kochfeldreiniger und geeignete Glasschaber und warnen vor abrasiven Reinigungsmitteln.

Fehler Nummer 1: Mit Stahlwolle oder Scheuerschwämmen reinigen

Hartnäckige Flecken verführen dazu, besonders kräftig zu schrubben. Stahlwolle, raue Scheuerschwämme und aggressive Scheuerpulver sind für viele Glaskeramik-Kochfelder jedoch ungeeignet.

Sie können Kratzer verursachen und die Oberfläche dauerhaft verändern. Whirlpool rät beispielsweise ausdrücklich von Stahlwolle, abrasiven Pulvern, Chlorbleiche, Rostentfernern und Ammoniak ab.

Auch GE empfiehlt für die tägliche Reinigung spezielle Reinigungscremes für Glaskeramik.

Fehler Nummer 2: Ein noch heißes Kochfeld gründlich putzen

Nach dem Kochen möchte man Verschmutzungen möglichst sofort beseitigen. Das ist grundsätzlich sinnvoll – bei einem heißen Kochfeld sollte man aber vorsichtig sein.

Ein nasses Tuch oder Reinigungsmittel auf einer heißen Oberfläche kann Dampf und Streifen verursachen und je nach Produkt die Oberfläche belasten. Deshalb sollte das Kochfeld für die normale Reinigung ausreichend abgekühlt sein.

Auch verschiedene Hersteller weisen darauf hin, das Kochfeld nicht einfach mit einem feuchten Tuch zu reinigen, solange es noch heiß ist.

Eine wichtige Ausnahme gibt es bei bestimmten heißen Zucker- oder Kunststoffverschmutzungen: Manche Hersteller empfehlen, solche Rückstände unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen bereits im warmen Zustand vorsichtig zu entfernen, weil sie sonst dauerhafte Schäden verursachen können. Hier sollte unbedingt die Bedienungsanleitung des konkreten Geräts beachtet werden.

Fehler Nummer 3: Zu viel Reinigungsmittel verwenden

Mehr Reiniger bedeutet nicht automatisch mehr Sauberkeit.

Zu große Mengen können Rückstände hinterlassen und dazu führen, dass die Oberfläche nach dem Trocknen stumpf oder schmierig wirkt. Außerdem sollte Flüssigkeit nicht unnötig in Spalten und an den Rändern des Kochfelds stehen.

Bei der Reinigung gilt deshalb: Lieber sparsam dosieren und anschließend gründlich nachwischen.

Fehler Nummer 4: Verschmutzungen zu lange liegen lassen

Eingetrocknete Speisereste sind deutlich schwieriger zu entfernen als frische Verschmutzungen.

Wer das Kochfeld nach jeder Benutzung kurz von Spritzern und kleinen Rückständen befreit, verhindert, dass sich diese bei späteren Kochvorgängen weiter einbrennen.

Eine regelmäßige, schonende Reinigung ist deshalb meist einfacher als eine seltene Grundreinigung. Auch GE empfiehlt eine regelmäßige Pflege, um die Oberfläche leichter sauber zu halten.

Natron und Essig als einfacher Reinigungstrick

Der verlinkte Artikel empfiehlt eine Kombination aus Natron und weißem Essig. Dafür werden außerdem eine Sprühflasche, ein weiches Mikrofasertuch oder ein weicher Schwamm und bei besonders hartnäckigen Rückständen gegebenenfalls ein Glasschaber genannt.

Interessant ist, dass eine Variante dieses Prinzips auch von Samsung für bestimmte Flecken auf Glaskeramik-Kochfeldern ausdrücklich genannt wird. Samsung empfiehlt dabei, Natron aufzutragen, Essig aufzusprühen, ein mit Seifenwasser befeuchtetes Tuch aufzulegen und die Mischung etwa 15 Minuten wirken zu lassen.

So funktioniert die Reinigung Schritt für Schritt

1. Kochfeld abkühlen lassen

Schalten Sie zunächst alle Kochzonen aus und warten Sie, bis die Oberfläche ausreichend abgekühlt ist.

2. Lose Krümel entfernen

Wischen Sie zunächst trockene Krümel und lose Speisereste mit einem weichen Tuch ab.

So vermeiden Sie, dass beim späteren Wischen harte Partikel über die Glasoberfläche gezogen werden.

3. Essig auftragen

Weißer Essig kann je nach Herstelleranleitung für bestimmte Verschmutzungen verwendet werden. Samsung nennt eine Essig-Natron-Methode beispielsweise bei bestimmten mineralischen Ablagerungen.

4. Natron sparsam verteilen

Danach wird eine dünne Schicht Natron auf den betroffenen Bereich gegeben.

5. Kurz einwirken lassen

Der im Ausgangsartikel beschriebene Trick sieht eine Einwirkzeit von ungefähr 15 Minuten vor.

6. Mit einem weichen Tuch abwischen

Anschließend wird die Oberfläche mit einem feuchten Mikrofasertuch oder einem nicht scheuernden Schwamm gereinigt.

Danach sollte das Kochfeld mit einem sauberen Tuch nachgewischt und trocken poliert werden.

Was passiert bei besonders hartnäckigen Eingebrannten?

Bei stark eingebrannten Rückständen kann ein geeigneter Kochfeldschaber mit Rasierklinge hilfreich sein. Das ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn der Hersteller des eigenen Kochfelds diese Methode erlaubt.

GE empfiehlt beispielsweise einen dafür vorgesehenen Glasschaber und gibt je nach Modell einen flachen Winkel von etwa 30 bis 45 Grad an. Dabei soll eine neue, scharfe Klinge verwendet und nicht mit einem beschädigten oder stumpfen Blatt gearbeitet werden.

Whirlpool empfiehlt ebenfalls einen für Glaskeramik geeigneten Schaber.

Ein Küchenmesser oder irgendein scharfes Metallwerkzeug ist dafür keine gute Alternative.

Warum der Schaber so effektiv sein kann

Ein Schaber entfernt eingebrannte Rückstände mechanisch, ohne dass die gesamte Oberfläche mit einem aggressiven Scheuermittel bearbeitet werden muss.

Wichtig ist jedoch die richtige Technik: Die Klinge wird flach geführt und nicht steil in die Oberfläche gedrückt. Herstelleranleitungen unterscheiden sich, deshalb sollte immer die konkrete Gebrauchsanweisung des Geräts beachtet werden.

Was man keinesfalls verwenden sollte

Für ein Glaskeramik-Kochfeld sind einige klassische Haushaltsreiniger und Werkzeuge ungeeignet.

Dazu gehören je nach Hersteller unter anderem:

  • Stahlwolle
  • abrasive Scheuerpulver
  • aggressive Scheuerschwämme
  • Chlorbleiche
  • Rostentferner
  • Ammoniak
  • ungeeignete Metallwerkzeuge

Whirlpool nennt mehrere dieser Produkte ausdrücklich als zu vermeidende Mittel.

Auch bei Hausmitteln gilt: Nicht jede Mischung ist automatisch für jede Oberfläche geeignet.

Essig und Natron: nicht für jeden Fleck die beste Wahl

Obwohl der Ausgangsbeitrag die Kombination von Natron und Essig als allgemeine Lösung darstellt, sollte man etwas differenzieren.

Natron und Essig reagieren miteinander und neutralisieren sich teilweise. Der sichtbare Schaum bedeutet deshalb nicht automatisch, dass beide Stoffe gemeinsam eine besonders starke Reinigungswirkung entwickeln.

Je nach Verschmutzung kann es sinnvoller sein, ein vom Hersteller empfohlenes Kochfeldreinigungsmittel zu verwenden. GE empfiehlt beispielsweise spezielle Reinigungscremes für seine Glaskeramikflächen.

Samsung nennt die Kombination dagegen ausdrücklich als mögliche Methode für bestimmte Flecken.

Die beste Lösung hängt daher vom Kochfeld und von der Art der Verschmutzung ab.

So bleibt das Kochfeld länger sauber

Wer das Putzen möglichst einfach halten möchte, kann einige kleine Gewohnheiten etablieren.

Nach dem Kochen sollten Spritzer und frische Verschmutzungen nach dem Abkühlen möglichst zeitnah entfernt werden. Töpfe und Pfannen sollten außerdem nicht über die Oberfläche geschoben werden, da dadurch Metallspuren und Kratzer entstehen können. GE weist ausdrücklich darauf hin, Kochgeschirr anzuheben statt über das Glas zu ziehen.

Auch die Unterseiten von Töpfen sollten sauber und frei von rauen Stellen sein.

Besondere Vorsicht bei Zucker und geschmolzenem Kunststoff

Zuckerhaltige Flüssigkeiten und geschmolzener Kunststoff können bei Glaskeramik besonders problematisch sein. GE warnt davor, dass solche Substanzen die Oberfläche dauerhaft beschädigen beziehungsweise Vertiefungen verursachen können, wenn sie nicht richtig entfernt werden.

In solchen Fällen sollte man nicht einfach die normale Reinigungsroutine anwenden, sondern die Anweisungen des jeweiligen Herstellers befolgen.

Fazit

Ein Glaskeramik-Kochfeld muss nicht mit aggressiven Mitteln geschrubbt werden. Im Gegenteil: Schonende und regelmäßige Reinigung ist meist die bessere Strategie.

Der virale Beitrag empfiehlt Natron und weißen Essig und nennt eine Einwirkzeit von etwa 15 Minuten. Eine ähnliche Methode wird auch von Samsung für bestimmte Verschmutzungen genannt.

Bei hartnäckig eingebrannten Resten kann ein geeigneter Kochfeldschaber eine sehr effektive Ergänzung sein, sofern er laut Hersteller für das eigene Modell geeignet ist.

Am wichtigsten ist jedoch, Stahlwolle, aggressive Scheuermittel und ungeeignete Werkzeuge zu vermeiden und die Pflegeanleitung des eigenen Kochfelds zu beachten. So bleibt die empfindliche Glasoberfläche länger sauber, glänzend und frei von unnötigen Kratzern.