7 Lebensmittel, die oft mit einer „blutverdünnenden“ Wirkung verbunden werden

SEO-Titel: Blutverdünnende Lebensmittel: 7 Lebensmittel, die häufig genannt werden

Bestimmte Lebensmittel werden im Internet immer wieder als „natürliche Blutverdünner“ bezeichnet. Der Begriff ist allerdings irreführend: Lebensmittel können keine ärztlich verordneten Blutverdünner ersetzen. Einige Bestandteile der Ernährung können jedoch die Blutgerinnung oder die Wirkung bestimmter Medikamente beeinflussen.

Der verlinkte Beitrag beschäftigt sich mit sieben Lebensmitteln, die in diesem Zusammenhang häufig genannt werden. Da die ursprüngliche Seite derzeit nicht vollständig abrufbar ist, sollte die folgende Darstellung vor allem als sachliche Einordnung des Themas verstanden werden. (Deliciouseasyrecipes)

Was bedeutet „Blutverdünnung“ eigentlich?

Umgangssprachlich spricht man häufig von „Blutverdünnern“. Medizinisch handelt es sich dabei um Antikoagulanzien, die die Bildung beziehungsweise das Wachstum gefährlicher Blutgerinnsel verhindern.

Solche Medikamente werden beispielsweise bei bestimmten Herzrhythmusstörungen oder nach Thrombosen eingesetzt. Ihre Dosierung wird individuell festgelegt und darf nicht eigenständig durch Lebensmittel oder Hausmittel verändert werden. (Guy’s et St Thomas’ NHS)

1. Grünes Blattgemüse

Spinat, Grünkohl und andere grüne Blattgemüse enthalten viel Vitamin K. Dieses Vitamin ist für die normale Blutgerinnung wichtig. (nhs.uk)

Das bedeutet allerdings nicht, dass grünes Gemüse grundsätzlich gemieden werden sollte. Im Gegenteil: Es gehört zu einer ausgewogenen Ernährung.

Besonders wichtig ist die Menge bei Menschen, die Warfarin einnehmen. Große Veränderungen beim Verzehr vitamin-K-reicher Lebensmittel können die Wirkung des Medikaments beeinflussen. Deshalb wird eine möglichst gleichbleibende Ernährung empfohlen. (nhs.uk)

2. Knoblauch

Knoblauch wird häufig als Lebensmittel mit möglichen positiven Eigenschaften für das Herz-Kreislauf-System beschrieben. Gleichzeitig sollte man bei hoch dosierten Knoblauchpräparaten vorsichtig sein, insbesondere wenn bereits Medikamente eingenommen werden, die die Blutgerinnung beeinflussen.

Ein Lebensmittel ist dabei nicht mit einem medizinisch dosierten Gerinnungshemmer gleichzusetzen.

3. Ingwer

Auch Ingwer wird häufig in Listen sogenannter natürlicher Blutverdünner aufgeführt. Als Gewürz oder Bestandteil einer normalen Ernährung ist Ingwer etwas anderes als hoch konzentrierte Nahrungsergänzungsmittel.

Wer Antikoagulanzien einnimmt, sollte deshalb größere Mengen oder konzentrierte Präparate nicht ohne Rücksprache mit Arzt oder Apotheker verwenden.

4. Kurkuma

Kurkuma enthält den Pflanzenstoff Curcumin und wird vor allem wegen seiner antioxidativen Eigenschaften geschätzt. Im Internet wird Curcumin teilweise ebenfalls mit einer Beeinflussung der Blutgerinnung in Verbindung gebracht.

Bei normalen Mengen als Gewürz ist das nicht mit einer Arzneimittelwirkung gleichzusetzen. Bei hoch dosierten Nahrungsergänzungsmitteln ist dagegen besondere Vorsicht angebracht.

5. Beeren und bestimmte Früchte

Eine ausgewogene Ernährung mit verschiedenen Obstsorten liefert zahlreiche Vitamine und Pflanzenstoffe. Bestimmte Früchte und Fruchtsäfte können allerdings bei einzelnen Gerinnungshemmern relevant sein.

Bei Warfarin wird beispielsweise empfohlen, Cranberry- und Grapefruitsaft zu vermeiden, da sie die Wirkung beziehungsweise den Abbau des Medikaments beeinflussen können. Auch Granatapfel wird in entsprechenden medizinischen Empfehlungen genannt. (Cambridge University Hospitals)

6. Olivenöl und pflanzliche Öle

Pflanzliche Öle gehören zu einer ausgewogenen Ernährung und können je nach Sorte wertvolle ungesättigte Fettsäuren enthalten.

Olivenöl enthält außerdem Vitamin K. Wer Warfarin einnimmt, sollte deshalb auch hier auf eine konstante Ernährungsweise achten, anstatt die Menge plötzlich stark zu erhöhen oder zu reduzieren. (Cambridge University Hospitals)

7. Grüner Tee

Grüner Tee wird ebenfalls häufig in Zusammenhang mit der Blutgerinnung erwähnt. Er enthält unter anderem geringe Mengen Vitamin K.

Bei Warfarin ist vor allem wichtig, die Trinkmenge nicht plötzlich stark zu verändern. Eine gleichbleibende Aufnahme erleichtert die Einstellung des INR-Wertes. (Cambridge University Hospitals)

Besonders wichtig bei Blutverdünnern

Wer Warfarin oder einen anderen Gerinnungshemmer einnimmt, sollte seine Ernährung nicht aufgrund einer Internetliste plötzlich umstellen.

Gerade bei Warfarin können Lebensmittel mit viel Vitamin K die Wirkung beeinflussen. Sie müssen deshalb nicht grundsätzlich vom Speiseplan gestrichen werden. Entscheidend ist vielmehr eine möglichst konstante Aufnahme und die Abstimmung größerer Ernährungsänderungen mit der behandelnden Stelle. (nhs.uk)

Bei neueren direkten oralen Antikoagulanzien wie Apixaban, Dabigatran, Edoxaban oder Rivaroxaban gelten andere Regeln; die typischen Vitamin-K-Einschränkungen von Warfarin treffen auf diese Medikamente nicht in gleicher Weise zu. (nhs.uk)

Lebensmittel sind kein Ersatz für Medikamente

Die Bezeichnung „blutverdünnende Lebensmittel“ sollte daher mit Vorsicht verwendet werden. Kein Lebensmittel sollte dazu dienen, ein verschriebenes Antikoagulans eigenmächtig abzusetzen, zu ersetzen oder dessen Dosis zu verändern.

Auch Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Präparate sollten vor der Einnahme mit einem Arzt oder Apotheker besprochen werden, weil sie die Wirkung bestimmter Medikamente verändern können. (nhs.uk)

Fazit

Eine ausgewogene Ernährung kann einen wichtigen Beitrag zur allgemeinen Gesundheit leisten. Grünes Gemüse, Obst, pflanzliche Öle und Gewürze können problemlos Bestandteil einer abwechslungsreichen Ernährung sein.

Wer jedoch Medikamente zur Blutgerinnungshemmung einnimmt, sollte besonders bei größeren Ernährungsumstellungen vorsichtig sein. Vor allem bei Warfarin kommt es auf eine konstante Vitamin-K-Zufuhr an – nicht darauf, vitamin-K-reiche Lebensmittel vollständig zu vermeiden. (Cambridge University Hospitals)

Wichtig: Bei einer bestehenden Behandlung mit Blutverdünnern sollten Änderungen der Ernährung oder Nahrungsergänzungsmittel immer mit dem behandelnden Arzt oder Apotheker abgestimmt werden.