Dieser einfache Bodenreiniger soll Böden länger sauber halten – mit nur 3 Zutaten

Frisch gewischte Böden sehen sauber und glänzend aus – doch oft dauert es nicht lange, bis wieder Fußabdrücke, Staub oder klebrige Stellen auftauchen. Ein viraler Haushaltstipp verspricht deshalb eine besonders einfache Lösung: einen selbst gemischten Bodenreiniger aus warmem Wasser, weißem Essig und Reinigungsalkohol. (american-recipes.recipesrice.com; )

Der Vorteil dieser Mischung soll darin liegen, dass sie ohne klassische Seife auskommt und dadurch weniger Rückstände auf dem Boden hinterlässt. Gleichzeitig soll die Kombination Fett und Schmutz lösen und relativ schnell trocknen. Der verlinkte Beitrag behauptet sogar, Böden könnten damit mehrere Tage frisch und streifenfrei bleiben.

Diese drei Zutaten werden benötigt

Für die im ursprünglichen Rezept beschriebene Mischung werden benötigt:

  • 1 Gallone beziehungsweise rund 3,8 Liter warmes Wasser
  • ½ Tasse weißen Essig
  • ¼ Tasse Reinigungsalkohol mit 70 Prozent Isopropanol

Optional können 10 bis 15 Tropfen ätherisches Öl hinzugefügt werden, beispielsweise Zitrone oder Lavendel.

Die Mischung ist damit schnell hergestellt und benötigt keine speziellen Reinigungsprodukte.

Warum werden Essig und Alkohol kombiniert?

Die beiden Zutaten haben unterschiedliche Eigenschaften.

Weißer Essig wird in vielen Haushalten verwendet, um bestimmte Rückstände und Ablagerungen zu lösen. Isopropylalkohol verdunstet dagegen relativ schnell und kann dadurch dazu beitragen, dass eine Oberfläche schneller trocknet.

Genau diese Kombination soll laut dem Rezept dafür sorgen, dass weniger Feuchtigkeit auf dem Boden zurückbleibt und die Oberfläche anschließend sauber und möglichst streifenfrei aussieht.

So wird der Bodenreiniger angewendet

Die Zubereitung selbst ist unkompliziert.

Zunächst wird das warme Wasser in einen ausreichend großen Eimer gegeben. Anschließend kommen der weiße Essig und der 70-prozentige Reinigungsalkohol hinzu.

Die Mischung wird vorsichtig verrührt.

Danach kann der Boden wie gewohnt mit einem geeigneten Mopp gereinigt werden.

Wichtig ist dabei, den Mopp nicht völlig durchnässt zu verwenden. Gerade bei empfindlichen Bodenbelägen sollte möglichst wenig Wasser auf der Oberfläche verbleiben.

Warum weniger Seife manchmal sinnvoll sein kann

Viele klassische Bodenreiniger enthalten Tenside oder Seifenbestandteile. Diese lösen Schmutz, können aber bei falscher Dosierung Rückstände hinterlassen.

Der virale Tipp setzt deshalb bewusst auf eine Mischung ohne zusätzliche Seife. Laut Ausgangsrezept soll dadurch verhindert werden, dass ein klebriger Film entsteht, an dem sich Staub und Schmutz erneut festsetzen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Seife oder handelsübliche Bodenreiniger grundsätzlich problematisch sind. Entscheidend sind Produkt, Dosierung und der jeweilige Bodenbelag.

Nicht jeder Boden verträgt Essig

Hier ist besondere Vorsicht angebracht.

Essig ist nicht für jeden Boden geeignet. Säurehaltige Reinigungsmittel können bestimmte Natursteinoberflächen wie Marmor oder Kalkstein angreifen. Auch einige empfindliche Beschichtungen oder Materialien sollten nicht mit selbst gemischten Säurelösungen behandelt werden.

Vor der ersten Anwendung sollte deshalb immer geprüft werden, welche Reinigung der Hersteller des Bodenbelags empfiehlt.

Bei unbekannten oder empfindlichen Oberflächen ist ein spezieller, dafür geeigneter Reiniger die sicherere Wahl.

Auch Isopropanol verlangt Vorsicht

70-prozentiger Isopropylalkohol ist leicht entzündlich. Deshalb sollte die Mischung nur in einem gut belüfteten Raum und fern von offenen Flammen, Zigaretten oder anderen Zündquellen verwendet werden.

Außerdem sollte Alkohol nicht mit anderen Reinigungsmitteln vermischt werden, wenn deren Verträglichkeit nicht eindeutig bekannt ist.

Besonders wichtig: Nie verschiedene Haushaltsreiniger auf eigene Faust kombinieren. Bestimmte Kombinationen können gefährliche Dämpfe oder unerwünschte chemische Reaktionen verursachen.

Für welche Böden könnte die Mischung geeignet sein?

Bei unempfindlichen, versiegelten Oberflächen kann eine stark verdünnte Reinigungslösung in bestimmten Situationen funktionieren. Trotzdem ist die konkrete Materialverträglichkeit entscheidend.

Bei:

  • Laminat,
  • versiegeltem Holz,
  • Vinyl,
  • Naturstein,
  • beschichteten Oberflächen

sollte man sich zuerst an die Pflegehinweise des Herstellers halten.

Gerade bei Holz und Laminat ist zu viel Feuchtigkeit problematisch. Hier gilt normalerweise: so wenig Wasser wie möglich verwenden und den Boden nicht durchnässen.

Der Trick gegen Streifen

Ein häufiger Grund für Streifen ist nicht unbedingt das Reinigungsmittel selbst, sondern zu viel Flüssigkeit oder ein verschmutzter Mopp.

Ein sauberer Mopp, die richtige Dosierung und eine möglichst dünne Feuchtigkeitsschicht können daher einen größeren Unterschied machen als eine immer stärkere Reinigungslösung.

Auch Mikrofasertücher beziehungsweise geeignete Moppbezüge können dabei helfen, Schmutz aufzunehmen, statt ihn lediglich über die Oberfläche zu verteilen.

Das ätherische Öl ist optional

Das Originalrezept nennt ätherische Öle nur als zusätzliche Möglichkeit. Sie sollen in erster Linie einen angenehmen Duft erzeugen.

Mehr ist hier jedoch nicht automatisch besser.

Eine größere Menge kann Rückstände hinterlassen und bei empfindlichen Personen unangenehm sein. Außerdem sollte man bedenken, dass manche ätherischen Öle für Haushalte mit Haustieren ungeeignet sein können.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann sie einfach vollständig weglassen.

Was der Bodenreiniger tatsächlich leisten kann

Die Idee hinter dem Rezept ist nachvollziehbar: Eine Kombination aus warmem Wasser, verdünntem Essig und Alkohol kann Schmutz lösen und relativ schnell trocknen.

Die Behauptung, dass ein Boden damit automatisch eine ganze Woche lang sauber und glänzend bleibt, sollte allerdings nicht als garantierte Wirkung verstanden werden.

Wie lange ein Boden sauber bleibt, hängt unter anderem von der Nutzung, Haustieren, Kindern, Schuhen, Staubentwicklung und dem jeweiligen Bodenmaterial ab.

Ein Haushalt mit drei Haustieren und starkem Publikumsverkehr wird auch mit einem guten Reinigungsmittel schneller wieder sichtbare Spuren haben.

Einfache Gewohnheiten helfen zusätzlich

Wer seine Böden länger sauber halten möchte, kann neben der Reinigung noch einige andere Maßnahmen nutzen.

Schuhe möglichst an der Haustür ausziehen, Sand und kleine Steinchen regelmäßig entfernen und verschüttete Flüssigkeiten schnell aufwischen. Auch Fußmatten im Eingangsbereich können dabei helfen, Schmutz nicht sofort in der gesamten Wohnung zu verteilen.

So muss man weniger häufig gründlich wischen.

Wann ein fertiger Bodenreiniger die bessere Wahl ist

Ein selbst gemischter Reiniger kann interessant sein, wenn man genau weiß, dass die verwendeten Zutaten für den eigenen Boden geeignet sind.

Bei hochwertigen oder empfindlichen Belägen ist ein vom Hersteller empfohlener Reiniger jedoch häufig die bessere Lösung. Damit lässt sich das Risiko vermeiden, dass eine selbst gemischte Säure- oder Alkohollösung die Oberfläche beschädigt.

Besonders bei Parkett, Naturstein oder speziellen Beschichtungen sollte man nicht einfach Internetrezepte übernehmen.

Fazit

Der virale Boden-Trick setzt auf eine einfache Mischung aus warmem Wasser, weißem Essig und 70-prozentigem Isopropylalkohol. Laut dem ursprünglichen Rezept soll die Lösung Schmutz und Fett lösen, schnell trocknen und weniger klebrige Rückstände hinterlassen als manche seifenhaltigen Reiniger.

Das Rezept kann interessant sein, ist aber kein universeller Reiniger für jeden Boden. Besonders bei Naturstein, Holz, Laminat und empfindlichen Beschichtungen sollte vorab geprüft werden, ob Essig und Alkohol geeignet sind.

Wer den Trick ausprobieren möchte, sollte deshalb zunächst eine kleine, unauffällige Stelle testen und niemals verschiedene Reinigungsmittel miteinander vermischen.

Der größte Vorteil dieses Haushaltstipps ist letztlich seine Einfachheit – aber die richtige Reinigung beginnt immer damit, den Bodenbelag zu kennen.